Leidenschaft fürs Weidenflechten

Foto: Sabine Aldenhoff

Eigentlich ist es Zufall gewesen, dass Margret Schiffer ihre Berufung im Korbflechten fand. Ursprünglich ist die Niederrheinerin gelernte Erzieherin, suchte aber nach einem anderen Beruf, nachdem sie beim damaligen Arbeitgeber nicht zufrieden war. Lange hat sie dann nachgedacht und sich in verschiedenen Berufen umgesehen. Als nur noch Weben oder Korbflechten in der engeren Wahl waren, entschied sie sich für Letzteres, weil Korbmacherei anders als Weben noch nicht durch Maschinen ersetzt werden kann.

Die Suche nach einem Ausbildungsbetrieb war in den 1980er-Jahren schon schwierig, aber schließlich fand sie in Jülich-Linnich einen Traditionsbetrieb als Ausbildungsstätte. Doch mit dem Gesellenbrief in der Hand konnte man sich damals nicht selbstständig machen und Korbmacher, die eine Gesellin anstellen und bezahlen konnten, gab es zu der Zeit auch schon nicht mehr. Mit viel Glück erhielt Margret Schiffer eine Ausnahmegenehmigung, um innerhalb von eineinhalb Jahren nach der Gesellenprüfung ihren Meister zu machen. Seit 1987 ist sie nun selbstständig mit Korbflechtereiwerkstatt und angeschlossenem Laden in Sonsbeck. Ausbilden dürfte sie zwar auch, aber trotz ihrer Leidenschaft würde sie jungen Menschen diesen Beruf nicht empfehlen, weil es immer schwieriger wird, damit zu überleben. „Ich liebe diesen Beruf und ich möchte nichts anderes machen“, sagt die 62-Jährige, auch wenn es finanziell manchmal he­­rausfordernd ist, insbesondere jetzt mit der steigenden Inflation.

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