Leiterin des Landgestüts tritt zurück

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Die Leiterin des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts, Kristina Ankerhold, hat um ihre Versetzung gebeten. Das teilte das nordrhein-westfälische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) am 19. Mai mit. Hintergrund sind Vorwürfe gegen sie bezüglich einer angeblich tierschutzwidrigen Trainingssituation im April im Landgestüt.

Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser plant der Bitte um Versetzung nachzukommen. Laut dem Ministerium hat der Kreis Warendorf das Ministerium informiert, dass dort Anzeige gegen das Landgestüt erstattet wurde. Diese würde derzeit vom Kreis als zuständiger Behörde bearbeitet und geprüft. Dazu gehöre auch die Auswertung von vorhandenen Videoaufnahmen. Der Vorfall war gefilmt worden und die Aufnahmen anschließend im Internet verbreitet worden. Eigenen Angaben zufolge hat das Ministerium parallel eine interne Kommission zur Überprüfung der Vorgänge um die tierschutzrechtliche Relevanz der in Frage stehenden Trainingssituation eingesetzt. Heinen-Esser mahnte, „die Ergebnisse der tierschutzrechtlichen Überprüfung des vor Ort zuständigen Veterinäramtes sowie der internen Kommission abzuwarten“. Das nordrhein-westfälische Landgestüt Warendorf habe eine Vorbildfunktion in allen Fragen um die Themen Zucht, tiergerechte Haltung und Ausbildung von Pferden. Dies sei auch das Selbstverständnis der Landesregierung und des Landgestüts.

Die LZ meint: Tier und Mensch schützen

Geurteilt wird schnell, auch ohne die entsprechende Situation selber miterlebt zu haben. Das kennen Landwirte zur Genüge. Und das könnte aktuell auch für die Vorwürfe gelten, die gegen das NRW-Landgestüt in Warendorf und seine bisherige Leiterin gerichtet sind. Was dort genau passiert ist, wissen wohl nur die Personen, die in besagter Situation anwesend waren. Trotzdem nimmt das Ministerium die Vorwürfe gegen das ihm zugeordnete Landgestüt ernst. Das machen der Einsatz einer Kommission zur Klärung der Vorwürfe und die Zustimmung zur Versetzung von Kristina Ankerhold deutlich. Diese Reaktion ist auch angebracht. Schließlich werden Nutztierhalter von der Gesellschaft ständig kritisch betrachtet und ihnen wird regelmäßig vorgeworfen, den Tierschutz nicht zu wahren. Da sollte das Ministerium mit gutem Beispiel vorangehen und in seinem eigenen Wirkungsbereich keinerlei Verstöße gegen den Tierschutz dulden.

Doch egal, ob nun Pferde oder andere Tiere gefilmt und fotografiert werden, muss man immer im Hinterkopf behalten, dass durch verschiedene Einflüsse wie Licht und Kamerawinkel schnell ein falscher Eindruck entstehen kann. So können aus dem Zusammenhang gerissene Momentaufnahmen unter Umständen einen falschen Eindruck vermitteln. Die Aufklärung von Tierschutzverstößen ist wichtig, aber es sollte nicht vorschnell geurteilt werden. Das gilt in dem konkreten Fall wie auch in den Fällen, wenn sie wieder einmal gegen Nutztierhalter in der Landwirtschaft gerichtet sind. Denn nicht nur Tiere sollten vor unnötigem Leid geschützt werden, sondern auch ihre Halter.

kj