Das Enthornen von Kälbern und das Nottöten von Schweinen mithilfe von VR-Brillen und Tiermodellen lernen? Ja – und das mit Erfolg. Wie das funktioniert, hat ein Team des Versuchs- und Bildungszentrums Landwirtschaft Haus Düsse der Landwirtschaftskammer NRW im Projekt SilA erarbeitet und jetzt vorgestellt.
„SilA“ ist die Abkürzung für simulationsgestütztes und immersives, sprich eingebettetes Lernen in der landwirtschaftlichen Ausbildung. „Das Ziel dieses Projekts war es, den Auszubildenden Inhalte, die praktisch schwer zu lehren sind, mithilfe digitaler Medien zugänglicher zu machen“, erklärte Dr. Katharina Dahlhoff, Leiterin des Sachbereichs Digitalisierung und Projekte in Haus Düsse, bei der Abschlussveranstaltung des Projekts am Mittwoch vergangener Woche. Besonders das Nottöten von Schweinen und das Enthornen von Kälbern lasse sich in der überbetrieblichen Ausbildung schwer in der Praxis üben. „Die Auszubildenden sollen mit dem Gefühl aus der Unterrichtseinheit herausgehen, dass sie die Abläufe nicht nur theoretisch gelernt, sondern die Handgriffe auch einmal geübt haben“, sagte Dr. Dahlhoff.
Die Digitalisierung spiele in der Landwirtschaft eine immer größere Rolle und mache auch vor der Aus- und Weiterbildung nicht halt. „Die Auszubildenden sind unsere Landwirtinnen und Landwirte von morgen. Indem wir auch in der Ausbildung moderne Formate einsetzen, möchten wir sie direkt zu Beginn ihres Berufslebens mit digitalen Medien vertraut machen“, erklärte Imke Albers, Mitarbeiterin im Projekt SilA.
Über zwei Jahre lang hat das Projektteam gemeinsam mit mehreren Lehr- und Versuchsanstalten sowie Ausbildungsbetrieben an einem Konzept gearbeitet, mit dem die Auszubildenden das Enthornen von Kälbern und Nottöten von Schweinen üben können. „Wichtig war hier vor allem der Praxisbezug. Wir haben immer wieder die Praxisbetriebe befragt, welche besonderen praktischen Anforderungen bei der Entwicklung der Lehreinheit beachtet werden müssen“, sagte Albers. Herausgekommen ist am Ende des Projekts eine Unterrichtseinheit, die in mehreren Stationen aufgebaut ist und es den Auszubildenden ermöglicht, diese in ihrem eigenen Tempo zu durchlaufen.
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