Die Corona-Pandemie sowie die Preisexplosion und Verknappung von Mineraldünger haben eindrücklich die Abhängigkeit der Landwirtschaft von funktionierenden internationalen Warenströmen aufgezeigt. Eine Studie des Instituts für Natürliche Ressourcen (LUKE) in Helsinki belegt nun am Beispiel von Finnland, dass auch ein hoher Selbstversorgungsgrad bei den wichtigsten Nahrungsmitteln keine Sicherheit bietet, wenn die Versorgung mit Betriebsmitteln stockt. Das Institut bescheinigt der heimischen Agrarwirtschaft hohe Versorgungsgrade, die ganz oder größtenteils zur Bedarfsdeckung ausreichten. Ganz anders sehe es hingegen bei den Betriebsmitteln aus. So verfüge das Land nur über unzureichende Produktionskapazitäten für Mineraldünger und sei beispielsweise bei Pflanzenschutzmitteln vollständig auf Einfuhren angewiesen. Dies gelte aber genauso für Treibstoff, Hybridsaatgut, Maschinen und Maschinenteile und selbst für die Saisonarbeitskräfte. Schwerwiegende Unterbrechungen in den Lieferketten werden sich daher nach seiner Darstellung unmittelbar auf die finnische Agrarproduktion auswirken. Mit Blick auf die in den vergangenen zwei Jahren immer wieder stockende Logistik auf den Weltmärkten mahnt LUKE daher stärkere politische Anstrengungen zur Sicherstellung der Versorgung mit landwirtschaftlichen Betriebsmitteln an.