Liquiditätshilfen starten

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Rentenbank legt Details des Sonderprogramms vor

 

Die Landwirtschaftliche Rentenbank reagiert auf die Kostenbelastung der Betriebe durch gestiegene Energie- und Düngemittelpreise. Zum 1. Juni legt die Förderbank in Absprache mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium ein Sonderprogramm zur Liquiditätssicherung in Form von zinsvergünstigten Darlehen auf. Antragsberechtigt sind Betriebe der landwirtschaftlichen Primärproduktion. Dazu zählen Unternehmen der Landwirtschaft, des Garten- und Weinbaus, unabhängig von der gewählten Rechtsform und der steuerlichen Einkunftsart. Bis zu einer Höhe von 50 000 € pro Betrieb muss gegenüber der Rentenbank kein Liquiditätsbedarf nachgewiesen oder belegt werden. Höhere Darlehensbeträge sind möglich, sie werden nach der jeweils bewirtschafteten Fläche bemessen. Die maximale Darlehenssumme ist auf 500 000 € pro Betrieb begrenzt. Die Darlehenslaufzeit beträgt drei Jahre.

 

„Mit unserem Sonderprogramm zur Liquiditätssicherung und mit einer ein­fachen Antragstellung sorgen wir dafür, dass landwirtschaftliche Betriebe schnell die Unterstützung bekommen, die sie brauchen“, erklärte Rentenbankchefin Nikola Steinbock gegenüber dem Pressedienst Agra-Europe (AgE). Ihren Angaben zufolge werden die Darlehen zur neuen Kondition „LR-Soforthilfe“ vergeben, die durch eine Zinsvergünstigung aus eigenen Mitteln der Rentenbank finanziert werde. Die geopolitischen Verwerfungen machten deutlich, wie entscheidend Unabhängigkeit im Bereich Ernährung sei.

 

Laut Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer geraten viele Betriebe durch steigende Energie- und Betriebsmittelkosten unter Druck. „Wir lassen sie in dieser Situation nicht allein“, versicherte der CSU-Politiker. Mit den Liquiditätshilfen spanne man ein zusätzliches Sicherheitsnetz und unterstütze Betriebe bei der Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe.

 

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, wertet das Sonderprogramm als „ein Signal für schnelles Handeln in einer akuten Belastungssituation“. Allerdings seien Liquiditätskredite lediglich Kurzfristmaßnahmen, die die Pro­bleme in die Zukunft verschöben. Kredite müssten nun einmal vollständig zurückgezahlt werden. „Die massiven Preissteigerungen bei Diesel, Düngemitteln und Betriebsmitteln können von den Betrieben am Markt nicht erwirtschaftet werden“, warnte er. Bereits heute zeichneten sich Mehrbelastungen in Milliardenhöhe für die heimische Landwirtschaft ab. Deshalb stehe die Bundesregierung unvermindert in der Pflicht, die überfälligen strukturellen Reformen umzusetzen. Dingender denn je ist dem DBV-Präsidenten zufolge insbesondere die Einführung der im Koalitionsvertrag angekündigten steuerlichen Risikorücklage. Sie verschaffe den Betrieben ein wirksames eigenständiges Liquiditätsinstrument und trage dazu bei, den Bedarf an kurzfristigen Ad-hoc-Hilfen nachhaltig zu reduzieren.

 

AgE