„Machen macht den Unterschied!“

Foto: imago/Rupert Oberhäuser

„Der Erzeuger-Verbraucher-Dialog ist uns Landfrauen eine Herzensangelegenheit“, eröffnete RhLV-Präsidentin Jutta Kuhles die halbtägige Online-Fachtagung am Montag vergangener Woche. Zu dem wichtigen Thema hatten sich einige interessierte Landfrauen zusammengefunden, die von Experten Input haben wollten, engagiert Fragen stellten und mitdiskutierten.

„Die Anforderungen von Verbrauchern haben sich gewandelt und auch deren Wahrnehmung von bäuerlichen Familienbetrieben hat sich in letzter Zeit geändert. Kommunikation ist da immens wichtig!“, betonte die Präsidentin. Im Programm der Tagung stand daher zunächst der Punkt „Was wollen die Verbraucher?“ und im zweiten Schritt wurde dann darüber informiert und diskutiert, wie mit ihnen am besten kommuniziert werden kann. Dabei ist offenbar ein großer Schritt in die Moderne gefragt.

Was wollen die Verbraucher?

Über Trends und Wünsche der Verbraucher referierte Florian Rösler, Referent für Ernährungskommunikation und Regionalvermarktung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. „Wir sprechen aus der Perspektive der Landwirtschaft und wollen gern gehört werden, aber was wollen die Verbraucher?“ Wichtig sei den Konsumenten laut Ernährungsreport 2020 in erster Linie die regionale Herkunft ihrer Lebensmittel und der Geschmack. Das Vertrauen in Lebensmittel steige stetig, während diese auch immer sicherer würden. Die Hälfte der Verbraucher achte auf Siegel, die ihnen weitere Sicherheit geben. Die Bedeutung der Landwirtschaft sei gestiegen, sie sei ja in Corona-Zeiten sogar als „systemrelevant“ eingestuft worden.

Aus Sicht der Konsumenten sollte die Landwirtschaft mehr machen in Sachen Tierwohl, faire Löhne, Qualität und umweltschonende Maßnahmen. Außerdem sollte sie sich um die Pflege ländlicher Räume kümmern, gesundheitsbelastende Emissionen senken, Produkte regional vermarkten und für Transparenz sorgen. Dennoch sei das Vertrauen in die Landwirtschaft allgemein relativ hoch, sodass eine gute Basis für den Erzeuger-Verbraucher-Dialog vorhanden sei, so Rösler.

Was ist ein Ernährungsrat?

„Weißt du, wo dein Essen herkommt?“, fragt der Ernährungsrat in Köln und Umgebung e. V. die Menschen, erläuterte Clara Dorn, Projektmanagerin bei dem Verein. Der Ernährungsrat, den es inzwischen auch in vielen anderen deutschen Großstädten gibt, setzt sich dafür ein, dass sich die Verbraucher regional und nachhaltig ernähren können und dabei die bäuerliche Landwirtschaft im Umland erhalten wird. Eines der Ziele, das die Landfrauen besonders freute, ist mehr Wertschätzung für Lebensmittel und ihre Erzeuger.

Im Ernährungsrat, der von der Stadt Köln und durch projektbezogene Fördermittel finanziert wird, tummeln sich Vertreter aus Initiativen, kommunaler Verwaltung, Gastronomie, Lebensmittelhandwerk, Landwirtschaft, Handel und von Verbraucherseite. Häufig tritt der Verein als Kontaktvermittler zwischen verschiedenen Interessengruppen auf. Mit seinen Themen Regionalvermarktung sowie Ernährungsbildung und Gemeinschaftsverpflegung rennt der Ernährungsrat bei den Landfrauen offene Türen ein. Eine künftige Zusammenarbeit ist geplant: „Ich nehme den Aufruf mit, dass wir Landfrauen uns im Ernährungsrat einbringen. Es könnte eine gute Partnerschaft werden“, zeigte sich Kuhles optimistisch.

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