BMEL: Online-Befragung zu Handelspraktiken. Knapp zwei Jahre nach Inkrafttreten des Agrarorganisationen-und-Lieferketten-Gesetzes will das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) evaluieren, wie die Verbote wirken. Mithilfe einer Online-Befragung sollen die Erfahrungen von Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft eingeholt werden. Die Befragung richtet sich an Erzeuger sowie Lieferanten von Lebensmitteln, Agrar- und Fischereierzeugnissen. Verkäufer können unter is.gd/WIEpHJ teilnehmen; gewerbliche Käufer sind unter is.gd/9Aw6bG zur Teilnahme eingeladen. Das Agrarressort will dem Bundestag im Sommer 2023 den Evaluierungsbericht mit den Umfrageergebnissen vorlegen.
Agrarexporte: Rekordwert trotz Mengenrückgang. Der Wert der deutschen Ausfuhren von Agrarprodukten und Lebensmitteln dürfte 2022 trotz einer rückläufigen Absatzmenge so hoch ausgefallen sein wie noch nie. Das geht aus Zahlen der German Export Association for Food and Agriproducts (GEFA) hervor. Demnach erreichten die Exporterlöse der Warengruppe im vergangenen Jahr einen Rekord von 89,5 Mrd. €; das wären 14,3 % mehr als 2021. Auslöser seien deutlich gestiegene Verkaufspreise der Produkte im Ausland im Zuge der „überdurchschnittlich hohen Inflationsrate“. Trotz des erzielten Rekordwerts sei die Lage vieler der GEFA angeschlossenen Exporteure als „unbefriedigend“ zu bezeichnen. Die Exportmenge an Agrar- und Ernährungsprodukten sei nämlich 2022 im Vorjahresvergleich um 6,3 % auf 60,6 Mio. t geschrumpft. Außerdem sei die Handelsbilanz der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres weiter gesunken, und zwar auf ein Defizit von 16,2 Mrd. €.
Bio: Zuversicht trotz Umsatzrückgang. Die Stimmung in der Bio-Branche ist aktuell deutlich besser, als es die Berichterstattung vermuten lässt. Das stellte die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg. (FÖL) in Berlin fest. Nach deren Erhebung haben die Umsätze in den letzten Monaten wieder angezogen. Der Verband schätzt die Umsätze des Naturkostfachhandels einschließlich der Direktvermarkter in Berlin-Brandenburg für 2022 auf 650 Mio. €, nach 717 Mio. € im Vorjahr. Im Krisenjahr 2022 seien die Umsätze zum Vorjahr um 9,5 % zurückgegangen, hätten per Saldo aber noch deutlich über denen des Vor-Corona-Jahres 2019 mit 580 Mio. € gelegen. Der Verband geht davon aus, dass die erstmals auftretende Wachstumspause bei Bio-Produkten die langfristige Marktentwicklung von Bio nicht substanziell beeinträchtigen wird.