Der Landessortenversuch mit Ökowintergerste der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hat in diesem herausfordernden Jahr mäßige Erträge gebracht. Wie diese im Einzelnen aussehen, hat Dr. Claudia Hof-Kautz, Landwirtschaftskammer NRW, zusammengefasst.
Aufgrund der gestiegenen Nachfrage aus der Praxis, bedingt durch vermehrte Ökoschweinehaltung, führt die Landwirtschaftskammer NRW seit 2011 einen Sortenversuch inklusive einer Ökowertprüfung zur Sortenzulassung von beim BSA angemeldeten Stämmen aus ökologischer Züchtung zur Wintergerste auf ökologischen Flächen durch. Wintergerste lässt sich auch im Ökolandbau gut anbauen, wenn eine gute Saatbettbereitung erfolgt, geeignete Vorfrüchte – wie Körnerleguminosen – gewählt werden, zum richtigen Zeitpunkt gestriegelt wird und geeignete blattgesunde, langstrohige und standfeste Sorten mit schneller Jugendentwicklung angebaut werden. Durch die frühere Ernte bietet die Wintergerste ausreichend Zeit zur Unkrautbekämpfung von Wurzelunkräutern und für den Anbau von Zwischenfrüchten. Zudem können Arbeitsspitzen entzerrt werden.
Erträge und Proteingehalte
Die Erträge der Wintergerste lagen 2024 am Standort Kerpen mit im Mittel 54,1 dt/ha auf einem geringen bis mittleren Niveau: Es waren 30,7 dt/ha weniger als 2023. Die Werte der Standorte aus Niedersachsen und Hessen liegen noch nicht vor. Über die Jahre zeigten sich die Sorten SU Midnight mit 101 % und KWS Exquis mit 102 % relativen Ertrags überdurchschnittlich. KWS Flemming liegt mit 99 % und die zweizeilige Sorte Normandy mit 100 % im Mittelfeld, wobei Normandy nur in diesem Jahr mithalten konnte. Von den neueren Sorten zeigten sich die Sorten RGT Mela (103 %) und Integral (112 %) ertraglich sehr gut.
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