Massive Kritik an Milchpreissenkung

Politiker und Verbände sprechen von einem falschen Signal – Handel stiehlt sich aus der Verantwortung für die lokale Milchproduktion

Die jüngste Preissenkungsrunde für Milcherzeugnisse im Lebensmitteleinzelhandel ist über die Partei- und Verbandsgrenzen hinweg auf scharfe Kritik und Unverständnis gestoßen. Am Montag vergangener Woche hatten – wie die LZ berichtete – die Discounter Aldi und Norma ihren Preis für einen Liter Vollmilch im Einstiegssegment von 0,59 € auf 0,46 € und damit um 22 % gesenkt.

Zudem verbilligte sich das 250-g-Päckchen Butter von 0,75 € auf 0,70 €, und auch Schlagsahne, Kondensmilch, Kräuterquark und Joghurt wurden günstiger. Aldi Süd und Nord begründeten dies in einer Presseerklärung mit dem Überangebot auf dem globalen Milchmarkt. Die Molkereien hätten deshalb die Milch billiger angeboten und es gehöre zu den Grundsätzen des Unternehmens, günstigere Einkaufspreise an die Verbraucher weiterzugeben. Der Handelskonzern bedauerte, dass „die Preisbildung des Marktes aus Sicht der Erzeuger die Qualität ihrer Produkte nicht angemessen wiedergibt“, doch sei der Lebensmitteleinzelhandel nicht für das aktuelle Überangebot an Rohmilch verantwortlich. 

Lesen Sie mehr in LZ 19-2016, S. 7