Maßnahmen für gebeutelte Schweinehalter

Foto: imago images/Christian Ohde

Die Rufe nach Hilfen und Unterstützung für die Tierhalter in Deutschland werden lauter. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, betonte am Freitag vergangener Woche in Berlin erneut, dass schnelle Maßnahmen zur Krisenbewältigung erforderlich seien. „Vor allem die Schweinehalter befinden sich mittlerweile in einer existenzbedrohenden Lage“, machte der DBV-Präsident deutlich. Zuallererst gelte es, den immer noch vorhandenen Rückstand bei den Schlachtungen abzubauen. Bei Corona-Fällen in Betrieben der Fleischwirtschaft sollten die zwischen einzelnen Unternehmen und Behörden ergriffenen und nachweislich guten Konzepte bundeseinheitlich umgesetzt werden. Ferner müssten alle arbeits- und ge-nehmigungsrechtlichen Möglichkeiten genutzt werden, damit nicht betroffene Unternehmen kurzfristig und zeitlich begrenzt auftretende Ausfälle anderer Schlachtbetriebe kompensieren könnten. „Darüber hi­naus brauchen die betroffenen Tierhalter einen einfachen und unbürokratischen Zugang zu den Corona-Hilfsprogrammen“, so Rukwied.

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hatte sich bereits zuvor mit einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gewandt und Maßnahmen gegen die Schweinekrise vorgeschlagen. Zur sofortigen Entspannung auf der Produktions- und Schlachtseite würden Lösungen für eine schnelle Marktentlastung benötigt, vor allem im Bereich der Spanferkel-Altersklasse. Kaniber plädiert dafür, die Beihilfen zur privaten Lagerhaltung (PLH) auf diese Altersgruppen zu konzentrieren. Das Landvolk Niedersachsen hält angesichts der starken Einbußen bei den Tierhaltern ebenfalls staatliche Unterstützung für angebracht, wies aber da­rauf hin, dass die Corona-Hilfen von Bund und Land nur sehr begrenzt von Bauern genutzt werden könnten. Die Agrarsprecherin der CDU-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen, Bianca Winkelmann, bezeichnete vergangene Woche die Lage der Schweinehalter angesichts des Preisverfalls als „dramatisch“. Für die CDU-Fraktion seien die Landwirte systemrelevant. Vor allem  Handelshemmnisse in der Corona-Krise und die ASP-Bedrohung hätten die Bedeutung einer hochwertigen regionalen Versorgung aufgezeigt. „Deshalb fordern wir vom Bund, Landwirte beispielsweise mit Tilgungszuschüssen zu unterstützen. So kommt staatliche Hilfe gezielt bei denen an, die langfristig weitermachen und sogar investieren wollen“, so Winkelmann. AgE/el