Genüsslich kauend und tiefenentspannt stehen 50 Mastbullen in einer Großgruppe im Stall. Von 9 bis 24 Monate sind alle Altersklassen vertreten. Auf dem Biohof Schneider in Atzelgift im Westerwaldkreis hält Raimund Schneider Mutterkühe und mästet die gesamte Nachzucht auf dem eigenen Betrieb aus. Mit dem Inkrafttreten der neuen EU-Öko-Verordnung 2022 musste eine Lösung für die Bullenmast her. Denn bis dato erfolgte die Endmast noch im Stall ohne Auslauf- oder Weidezugang. Nadine Lebeau und Christian Cypzirsch, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, stellen das Konzept von Familie Schneider vor.
Raimund Schneider bewirtschaftet mit seiner Familie im Hachenburger Westerwald einen Biobetrieb mit Bullenmast. Typisch für diesen Standort sind ein Großteil der Flächen Dauergrünland. 2011 wurde die Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung in Angriff genommen. Familie Scheider war eine reine EU-Biozertifizierung jedoch nicht genug und eine Mitgliedschaft bei Bioland die logische Konsequenz.
Das Herzstück des Betriebs bildet die 80-köpfige Limousin-Mutterkuhherde, die während der Vegetationsperiode gemeinsam mit ihren Kälbern die Wiesen rund um Atzelgift abweidet. Die gesamte Nachzucht bleibt bis zur Schlachtung auf dem Betrieb. Nur einige wenige Absetzer werden für die Mast von benachbarten Biobetrieben zugekauft. Somit zählt der Biohof Schneider aktuell insgesamt rund 250 Tiere. Die Jungtiere werden mit circa neun Monaten abgesetzt und in zwei nach Geschlecht getrennten Gruppen gemästet. Der Betrieb wirtschaftet somit im geschlossenen System und produziert auch sein gesamtes Futter selbst.
Eine gute und gleichbleibende Grundfutterqualität ist für den Betriebsleiter für eine gute Fleischqualität enorm wichtig, die er so selbst in der Hand hat. Dem Gedanken der Autarkie und geschlossenen Kreisläufe folgend sind für Schneider auch Ackerflächen wichtig. Auf diesen werden mit Triticale und Hafer in der Bestandsführung unkomplizierte, robuste Futtergetreide für eine eigene Kraftfutterbasis angebaut. Für die Aufbereitung kommt regelmäßig eine mobile Schrotmühle auf den Hof.
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