Die Europäische Kommission plant eine deutliche Stärkung der Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln. Dazu wurde ein Aktionsplan vorgestellt, der mehrere konkrete Maßnahmen vorsieht, um den Verbrauchern die Verwendung von Ökolebensmitteln schmackhafter zu machen. Zum einen soll es mehr Information und Kommunikation über die Produktion ökologischer Nahrungsmittel geben. Überdies sollen die Förderung des Verbrauchs sowie des Angebots entsprechender Erzeugnisse in öffentlichen Kantinen über das öffentliche Auftragswesen und den Ausbau der Verteilung im Rahmen des EU-Schulprogramms angekurbelt werden.
Neben der Stärkung der Nachfrage sei es zudem das Ziel, das Verbrauchervertrauen in Ökoprodukte und die Sicherstellung der Produktionsstandards zu stärken und die Nachhaltigkeit des Sektors zu verbessern, erklärte die EU-Kommission. Wie die Kommission betont, sollen die Maßnahmen einen Beitrag zur Erreichung des Green-Deal-Ziels leisten, die ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche in der EU bis zum Jahr 2030 auf 25 % zu erhöhen. Auch Privatunternehmen sollen eine wichtige Rolle spielen, indem sie beispielsweise „Bio-Gutscheine“ an ihre Beschäftigten ausgeben, mit denen diese Bioprodukte kaufen können.
Die EU-Kommission hob hervor, dass neben dem Aktionsplan auch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ein Schlüsselinstrument zur Forcierung des Ökolandbaus sei. Im bisherigen GAP-Haushalt seien rund 1,8 % der Gelder – also 7,5 Mrd. € – zur Unterstützung der ökologischen Landwirtschaft bereitgestellt worden. Von der zukünftigen GAP im Zeitraum 2023 bis 2027 verspricht sich die Brüsseler Behörde – je nach Ausgang der laufenden Trilog-Verhandlungen – für die neu zu schaffenden Eco-Schemes Gelder in Höhe von 38 Mrd. € bis 58 Mrd. €. Im Rahmen der Öko-Regelungen könne auch der Ökolandbau gefördert werden, so die Kommission.
Auch die Zertifizierung von Erzeugervereinigungen sowie mehr Forschung und Innovation, die Nutzung der Blockchain- und anderer Technologien zur Verbesserung der Rückverfolgbarkeit und zur Erhöhung der Markttransparenz sollen den Ökosektor voranbringen.