Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat seine Prognose für die diesjährige Getreide- und Rapsernte in der Bundesrepublik heraufgesetzt. Er rechnet nach der am Freitag vergangener Woche vorgelegten Vorhersage mit einem Getreideaufkommen von 44,03 Mio. t, im März war er von lediglich 43,50 Mio. t ausgegangen. Das Vorjahresergebnis würde demnach um 750 000 t oder 1,7 % übertroffen. Seine Prognose zur Winterrapserzeugung hob der DRV um 80 000 t auf 3,57 Mio. t an, das wären 57 000 t oder 1,6 % mehr als im vorigen Jahr. Der DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler wies aber darauf hin, dass die kühle und wechselhafte Witterung der vergangenen Wochen das Wachstum der Getreide- und Rapsbestände gebremst habe. Die Durchschnittstemperatur für den Monat April verfehle den langjährigen Mittelwert bislang um rund 4 °C. Deshalb liege die Vegetationsentwicklung im Vergleich zum Vorjahr um etwa zwei bis drei Wochen und gegenüber dem langjährigen Durchschnitt um sieben bis zehn Tage zurück. Für die Getreide- und Rapsbestände sei die Witterung aber grundsätzlich positiv. „Die Pflanzen starten langsam und bei guter Bodenfeuchte in das Frühjahr, dadurch verbessert sich das Ertragspotenzial“, erklärte Seedler.