Der NABU Nordrhein-Westfalen beklagt, dass die hohe Akzeptanz von Agrarumweltmaßnahmen (AUM) bei den Landwirten dazu führt, dass das Landwirtschaftsministerium nicht alle Maßnahmen unterstützen kann. Die Organisation spricht von einem unhaltbaren Zustand und fordert Nachbesserung. Das Ministerium hatte kürzlich mitgeteilt, dass 17 000 Anträge auf Förderung eingegangen seien. Es könnten alle Maßnahmen gefördert werden, jedoch müsse bei einzelnen Maßnahmen der zu bewilligende Flächenumfang begrenzt werden.
Eigenem Bekunden nach fordert der NABU schon lange, die an die landwirtschaftlichen Betriebe fließenden Subventionen an gesamtgesellschaftliche Leistungen zu binden und damit finanzielle Anreize für eine natur- und klimaverträgliche Landwirtschaft mit hohen Tierwohlstandards zu schaffen. Eine nachhaltige Landwirtschaft müsse aber auch wirtschaftlich darstellbar sein. Die Ausstattung der Agrarumweltmaßnahmen mit ausreichenden finanziellen Mitteln sowie die Finanzierung von genügend Personal in Beratung und administrativer Umsetzung hält der NABU für essenziell dafür.
Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) sieht in der Überzeichnung der Programme aus den Agrarumweltmaßnahmen eine Bestätigung für das Interesse und die Bereitschaft der Bauern, die Belange der Biodiversität aktiv in die Bewirtschaftung ihrer Flächen einzubeziehen. Dass die bereitgestellten Mittel nicht ausreichen, sollte Anlass sein, die finanzielle Ausstattung der Programme zu überdenken. Der RLV begrüße vor diesem Hintergrund den Vorstoß des NABU und unterstützt die Forderung, die Mittelausstattung zu verbessern. Keinesfalls ist aus RLV-Sicht angebracht, die Überzeichnung bestimmter Programme durch eine Umverteilung der Mittel aus der ersten Säule auszugleichen.