In Frankreich hat das für die „ökologische Planwirtschaft“ zuständige Generalsekretariat (SGPE) des Premierministers eine Übersicht über anstehende Herausforderungen im Bereich Pflanzenschutz vorgelegt. Demnach ist an 80 % der Grundwasser-Messstellen mittlerweile mindestens ein Wirkstoff nachweisbar. Der Anteil der Grundwasserkörper mit höheren Rückstandsbelastungen hat sich seit 2010 spürbar ausgeweitet. Im Norden des Landes gibt es immer mehr Herbizidresistenzen beim Ackerfuchsschwanz. Die Regierungsstelle soll die nationalen Strategien in den Bereichen Klima, Energie, Biodiversität und Kreislaufwirtschaft koordinieren und deren ordnungsgemäße Umsetzung sicherstellen.
Laut der Aufstellung liegt außerdem bei 35 % der Messstellen die Gesamtkonzentration der Rückstände aus dem Pflanzenschutz über der Schwelle von 0,5 Mikrogramm pro Liter; vor zehn Jahren war das an lediglich 14 % der Messstellen der Fall. Vor allem in den Ackerbauregionen nördlich von Paris hat sich im Zeitraum von 2010 bis 2018 der Anteil der Grundwasserkörper mit einer Rückstandsbelastung von mehr als 0,5 Mikrogramm pro Liter erheblich ausgeweitet. 2020 waren nach Angaben der Wasserbehörden die Grundwasserkörper verbreitet in einem schlechten chemischen Zustand. Grund für eine Herabstufung war in 83 % der Fälle die Belastung durch Rückstände aus dem Pflanzenschutz. Im Jahr 2022 wurden laut SGPE in Frankreich rund 3,0 Mrd. € für Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft ausgegeben.
Abzuwarten bleibt, wie genau der Kurs der neuen französischen Regierung aussehen wird. Deren Zusammensetzung ist auch gut einen Monat nach der zweiten Runde der Parlamentswahl noch immer unklar. Nachdem aber das Linksbündnis „Neue Volksfront“ stärkste Kraft geworden ist, könnten die Zügel in Sachen Pflanzenschutz wieder angezogen werden.