Mehr Ruhe für Feldvögel und Co.

Foto: Dr. Elisabeth Legge

Eigentlich sind Artenschutzprojekte dafür gedacht, dass sie mehr Lebensraum und einen ungestörten Lebensraum für Wildtiere schaffen sollen. Das gilt auch für die Ausgleichsmaßnahmen für den Gewerbepark Bornheim-Süd. Auf rund 6,5 ha bilden dort artenreiche Blühflächen und extensiv bewirtschaftete Ackerflächen einen Lebensraum für seltene Feldvögel, wie Feldlerche und Reb­huhn, für Feldhasen und bestäubende Insekten. Aber durch die ansteigende Freizeitnutzung ist es mit der Ruhe der Tiere schlecht bestellt. Hinweisschilder sollen dies jetzt ändern.

Drei große Hinweisschilder wurden inzwischen an den Ausgleichsflächen angebracht. Vertreter der Stadt Bornheim und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Bornheim informierten am Dienstag vergangener Woche gemeinsam mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft über diese Aktion. „Wir wollen mit den Hinweisschildern die Bevölkerung aufklären, was wir hier im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen umsetzen, und auch die Bevölkerung da­rauf hinweisen, dass sie durch Betreten der Flächen vor allen Dingen die Feldvögel stören“, erläuterte Markus Reinders, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung. Für Spaziergänger sind die Ausgleichsflächen interessant, aber auch für Reiter, Hundebesitzer und die anliegenden Gewerbetreibenden. „Die Flächen sind so attraktiv, dass sich leider bereits Trampelpfade durch die Flächen ziehen“, bedauert Dr. Wolfgang Paulus, Leiter des Umwelt- und Grünflächenamtes der Stadt Bornheim.

Die Projektbeteiligten hoffen, dass zukünftig diese Ausgleichsflächen im Gewerbepark Bornheim-Süd nicht mehr betreten werden. Dabei werden durch das Betreten nicht nur die Feldvögel in ihrem Lebensraum gestört. Wie Birte Tschentke, Projektleiterin bei der Stiftung, erläuterte, seien auch die eingesäten Blühpflanzen trittempfindlich und hielten regelmäßigen Begehungen nicht stand. Dadurch reduziere sich das Nektar- und Pollenangebot für bestäubende Insekten, die wiederum Futter für die Vögel darstellen. „Für viele Spaziergänger sind dies sicher unbewusste Zusammenhänge, die wir mit den Schildern jetzt sichtbar machen und somit auch in das Bewusstsein bringen wollen“, betonte Joachim Strauß von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Bornheim und hofft, dass die Schilder ihre Wirkung erzielen. „Wichtig für uns ist es, dass es funktioniert.“

Dies wünscht sich auch Landwirt Peter-Werner Decker, der unter anderem die Flächen zwischen Gewerbegebiet und Autobahn 555 bewirtschaftet und im Auftrag der Stiftung die Blühstreifen und den extensiven Acker umsetzt. Der Landwirt aus Bornheim und die anderen Beteiligten von Stiftung, Stadt und Wirtschaftsförderungsgesellschaft setzen jetzt jedenfalls in Zeiten abnehmender Artenvielfalt auf mehr Verständnis und die Rücksicht der Freizeitsuchenden. el