Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, treibt den tierwohlgerechten Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland voran. Im Beisein der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin, Ursula Heinen-Esser, übergab die Ministerin am Donnerstag vergangener Woche auf dem Hoenmanshof in Kempen einen Förderbescheid an die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen für das Projekt ‚Zissau‘ – es geht um zukunftsfähige und innovative Stallbaukonzepte für Sauen und Aufzuchtferkel. Bundesministerin Julia Klöckner: „Mehr Platz im Stall, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten, mehr Auslauf oder Frischluft: Ich will Haltungsbedingungen, die sich am Wohl der Tiere orientieren, nicht umgekehrt. Deshalb stellen wir eine Rekordsumme von 300 Mio. € für ein Stallumbauprogramm zur Verfügung: für bessere Ställe, mehr Tierwohl und gesellschaftliche Akzeptanz; für mehr bäuerliche Planbarkeit. Klar ist: An einem Umbau der Tierhaltung führt kein Weg vorbei. Aber das geht nur mit den Tierhaltern zusammen, mit Realismus, und auch mit finanzieller Unterstützung. Damit unsere heimischen Betriebe wettbewerbsfähig bleiben.“
Im Fokus des Projekts Zissau stehen sowohl das Zusammentragen von Wissen als auch die Umsetzung in der Praxis. Das Projekt, das vom Bundesministerium insgesamt mit 2,3 Mio. € gefördert wird, unterstützt den Umbau des Versuchsstalles von Haus Düsse. Hier soll anhand eines Demonstrationsstalles für Berater, Praktiker, Ausbildung, Versuchsanstellung und Genehmigungsbehörden gezeigt werden, wie mehr Tierwohl praktisch umgesetzt werden kann. In der ersten Projektphase (6 Monate), die im Januar 2021 beginnen soll, werden in einem Netzwerk aus Wissenschaftlern, Sachverständigen, Verbands- und Kammerfachleuten, Firmen sowie drei Landwirten, darunter der Betrieb Hoenmans-Leurs, der Stand des Wissens zusammengetragen, Erfahrungen gebündelt und daraus innovative Stallbaukonzepte sowohl für Umbauten als auch für Neubauten in der Sauenhaltung entwickelt. In der zweiten Projektphase (36 Monate) soll dann (voraussichtlich ab 2022) mit dem Umbau des Versuchsstalles auf Haus Düsse begonnen werden.
Das Projekt Zissau ergänzt das im Rahmen der nachhaltigen Nutztierhaltungsstrategie Nordrhein-Westfalens bereits in der Planungsphase mit Architekten befindliche Projekt „Stall der Zukunft“, ebenfalls auf Haus Düsse. Hierbei sollen, mit 2 Mio. € finanzieller Unterstützung des Landes und umgesetzt durch die Landwirtschaftskammer, neue Stallkonzepte für die Schweinemast möglichst praxisnah erprobt werden. Mitte 2022 werden voraussichtlich die ersten Mastschweine in die innovativen Stallneubauten einziehen. Dazu Ministerin Ursula Heinen-Esser: „Der Bund und Nordrhein-Westfalen arbeiten eng zusammen, um die Herausforderungen einer zukunftsfähigen Tierhaltung zu bewältigen. Das Projekt ist bundesweit einmalig und stellt einen wichtigen Beitrag zur Neuausrichtung der Schweinehaltung dar.“ as