Ob es um Tierhaltung geht oder um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – das, was Landwirte tagtäglich über ihre Arbeit in den Medien lesen und hören, lässt sie nicht selten verzweifeln. Wie der Berufsstand die Konsumenten mit modernen und pfiffigen Mitteln für sich gewinnen kann, darum ging es bei der Informationsveranstaltung des Arbeitskreises für Betriebsführung Köln-Aachener Bucht am 9. Juni in Köln-Auweiler. Annegret Keulen berichtet.
Bürger mögen die Landwirte, aber sie lehnen die Landwirtschaft ab, so die Feststellung von Bauer Willi, alias Dr. Willi Kremer-Schillings. Die Bauern würden zwar als Hüter der Natur gesehen, allerdings dürften sie – wenn es nach der Vorstellung eines Großteils der städtischen Bevölkerung gehe – darin nicht eingreifen. Darüber hinaus werde der Hightech-Bauernhof von der Gesellschaft als Verlust gesehen. „Wir haben versäumt, die Veränderungen auf den Höfen zu kommunizieren“, bedauerte Kremer-Schillings. Diese Entwicklungen hätten dazu geführt, dass eine neue Oberschicht in Sachen Landwirtschaft „Wohlfühlgesetze“ fordere, ohne Rücksicht auf Verluste. Handeln müssten in dieser Situation die Landwirte selbst, und zwar durch emotional wirkende Botschaften, die eher das Herz ansprechen als den Verstand. „Bei Angst und Vorurteilen helfen selten Fakten“, machte der Referent deutlich.
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