Eine stärkere Beachtung der Ernährungssicherung bei der Vorbereitung auf mögliche Krisen- und Katastrophenfälle fordert der Deutsche Raiffeisenverband (DRV). Bei einem Fachgespräch der Grünen-Bundestagsfraktion in Berlin sprach sich DRV-Hauptgeschäftsführer Jörg Migende dafür aus, im Bundesinnenministerium einen nationalen Krisenstab „Zivile Verteidigung“ mit einer Stabstelle Agrar- und Ernährung einzurichten. In diesem Krisenstab müssten die führenden Wirtschaftsverbände der Branche als ständige Mitglieder vertreten sein. „Es darf keinen behördlichen Aktionismus geben“, sagte Migende vor den mehr als 300 Teilnehmern der hybriden Veranstaltung. Gefragt sei stattdessen ein planvolles, strukturiertes Vorgehen.
Der DRV-Hauptgeschäftsführer betonte dabei das Interesse der Agrar- und Ernährungswirtschaft, sich in die Krisenvorsorge einzubringen: „Wir bringen mit unserem Know-how und unseren Erfahrungen, etwa aus der Coronazeit, die Voraussetzungen mit, an einer effektiven Krisenvorsorge mitzuwirken“, so Migende. Grundlage für eine solche Vorsorge müsse eine Analyse der Ist-Situation und des daraus resultierenden Handlungsbedarfs sein.
Emilie Bourgoin von der Rewe-Group mahnte eine klareRollenverteilung zwischen Staat und Wirtschaft an. Die Unternehmen müssten wissen, was im Krisenfall von ihnen erwartet werde und welche Aufgaben der Staat übernehme. Dr. Friedemann Berg vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks bezeichnete die überbordende Bürokratie als größtes Problem der rund 9 000 handwerklichen Bäckereibetriebe in Deutschland.
AgE