Etwa 50 Milchbauern haben in der Nacht von Sonntag auf Montag vergangener Woche das Zentrallager des Lebensmitteldiscounters Aldi in Hesel im Landkreis Leer blockiert. Unterstützt wurde die Protestaktion von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Wie der Landesverband Niedersachsen/Bremen der AbL dazu mitteilte, richtete sich der Protest gegen die „Dumping-Billigpreise für Milch bei ‚Aldi & Co.‘“. Diese seien mit verantwortlich für die seit langem ruinösen Milcherzeugerpreise. Darüber hinaus habe sich die Demonstration gegen die „Untätigkeit von Politik, Molkereien und Lebensmittelhandel“ gerichtet. Es sei eine rasche Reduzierung der preisdrückenden Überschussmengen durch eine vorübergehende, aber ausreichende Anreiz- und Entschädigungszahlung von der EU, vom Bund und von den Molkereien für jene Landwirte gefordert worden, die ihre Milcherzeugung zwecks Abbau der Überschüsse reduzieren würden. Laut Angaben des AbL-Landesverbandes wurden aufgrund der Blockade zahlreiche Lkw gestoppt, sodass Waren weder aus- noch angeliefert werden konnten. Mit Trecker-Blockaden aufgrund der niedrigen Milchpreise muss offenbar auch das Deutsche Milchkontor (DMK) rechnen. Unterdessen haben Anfang vergangener Woche auch in Laval im Nordwesten Frankreichs vor dem Werk von Lactalis zahlreiche Milchbauern mit Protesten begonnen; sie sollen eine unbestimmte Zeit dauern.