Die deutsche Milchbranche wartet mit einer Premiere auf. Am Dienstag vergangener Woche fiel auf dem Milchviehbetrieb von Sabine Bresgen in Bad Münstereifel-Vollmert der Startschuss für den sogenannten Drei-Parteien-Vertrag. Die drei Partner sind die Lieferanten der „Fairen Milch“, die Erzeugergenossenschaft „Fair Food“ und die Rewe-Tochter Penny. Nach Aussagen der Beteiligten ist es der erste Drei-Parteien-Vertrag dieser Art und dürfte richtungsweisend sein. Fast ein Jahr lang wurde an dem neuen Konstrukt gearbeitet, damit es unter anderem kartellrechtlich Bestand hat.
Kostendeckender Milchpreis ist Ziel
„Wir schreiben mit diesem Vertrag ein kleines Stück Handelsgeschichte. Erstmals sitzt die Landwirtschaft mit am Tisch, wenn es um Preise und Konditionen geht. Das ist ein enormer Fortschritt und ein klares Bekenntnis zur finanziellen Absicherung einer qualitativ höchstwertigen heimischen Landwirtschaft“, zeigte sich Michael Braun, Geschäftsführer der DFM-Vermarktungsgesellschaft, überzeugt. Mit dem Vertrag soll ein hohes Maß an Transparenz und Fairness in der Erzeuger- und Lieferkette geschaffen werden. „Unser Ziel ist es, einen kostendeckenden Milchpreis zu erzielen“, so Braun. Grundlage für die Preisfindung ist der Milch Marker Index (MMI), der die Entwicklung der Milcherzeugungskosten aufzeigt und regelmäßig vom Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft aktualisiert wird. Im Juli lagen die Vollkosten für den Liter Rohmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß nach dessen Berechnung bei 46,52 ct. „Die Differenz zwischen dem Grundpreis der liefernden Molkerei und dem MMI geht an die Milcherzeuger“, erläuterte der DFM-Geschäftsführer.
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