Milchpreis bleibt günstig

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Rabobank erwartet hohes EU-Preisniveau für 2025

 

Die Aussichten für den Milchpreis im laufenden Jahr bleiben aus Sicht der Milchbauern günstig – davon geht zumindest die Rabobank in einer aktuellen Studie aus. Die niederländischen Analysten begründen ihre Prognose unter anderem mit den Futureskursen für Milcherzeugnisse an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig – die Butterkontrakte für die kommenden Handelsmonate bewegten sich zurzeit auf einem Niveau von etwa 7 400 €/t, während die Futures auf Magermilchpulver (MMP) bei rund 2 520 €/t rangierten. Daraus lasse sich ein mittlerer Erzeugerpreis von rund 55 ct/l Milch ableiten.

 

Allerdings macht die Rabobank bei ihrer Milchpreiskalkulation keine Angaben zu den berücksichtigten Eiweiß- und Fettgehalten. Außerdem ist nicht ersichtlich, ob der abgeleitete Preis die Mehrwertsteuer enthält. Eine Orientierung für deutsche Landwirte gibt aber der vom Kieler Institut für Ernährung und Ernährungswirtschaft (ife) errechnete Börsenmilchwert vom Mittwoch vergangener Woche: Für den Durchschnitt der Monate Juni bis Dezember 2025 ergab sich hier ein Durchschnittswert von 50,4 ct/l Milch mit 4,0 % Fett, 3,4 % Eiweiß ab Hof und ohne Mehrwertsteuer. Einschließlich Mehrwertsteuer ergibt sich daraus ein Börsenmilchwert von 53,9 ct/l Milch, der damit nur knapp unter dem Prognosepreis der Rabobank liegt.

 

Außerdem begründet die Rabobank ihre optimistische Einschätzung mit der jüngsten Fonterra-Milchpreisprognose, die für Juni 2025 bis Mai 2026 einen durchschnittlichen Erzeugerpreis auf dem hohen Niveau des Vorjahreszeitraums von umgerechnet 0,44 €/kg neuseeländische Milch erwarten lasse. Dies deute auch für die ersten fünf Monate des kommenden Jahres auf feste Preise hin, so die Analysten.

 

Das hohe EU-Preisniveau geht aber nach Einschätzung der Rabobank mit zahlreichen Risiken einher. Nach wie vor bleibe die Milchproduktion anfällig für Tierseuchen wie die Blauzungenkrankheit oder die Maul- und Klauenseuche. Risiken ergäben sich auch aus der US-Zollpolitik und Umweltauflagen in Irland. Indes sei die Nachfrage stabil, könnte aber durch die anhaltende Wirtschaftsschwäche unter Druck geraten. Ferner dürfte der starke Euro den Export beeinträchtigen.

 

AgE/el