Eigentlich sehe es im Moment gar nicht schlecht aus auf dem Milchmarkt. Theoretisch müssten die Milcherzeugerpreise ansteigen und dies sei auch bitter nötig. Dies waren die Hauptbotschaften auf der Halbjahrespressekonferenz der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen (LV Milch NRW), die am 1. Juli im Tagungszentrum der DEULA Rheinland in Kempen stattfand. Dr. Rudolf Schmidt, Geschäftsführer der Landesvereinigung, gab einen Überblick über die aktuelle Milchanlieferung. In der EU-27 sei die Milchanlieferung von Januar bis April 2021 weitgehend stabil gewesen und nur um 0,1 % im Vergleich zum Vorjahresniveau angestiegen. Die Milchanlieferung in Deutschland liege für den Zeitraum Januar bis April mit –1,4 % leicht unter den Vorjahresmengen. Was die Milchanlieferung an die NRW-Molkereien im Zeitraum von Januar bis April betrifft, so fällt diese nach Aussagen von Schmidt mit –2,6 % deutlich stärker aus als in Deutschland und der EU. Einen deutlichen Rückgang hat NRW auch bei den Kuhzahlen zu verzeichnen. Die Anzahl der Milchviehbetriebe in NRW habe sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 % auf 5 055 reduziert und die Zahl der Milchkühe um 2,5 % auf 387 862. Somit halte ein drastischer Strukturwandel an, bei dem sich die Anzahl der Milchkuhbetriebe in den letzten zehn Jahren in etwa halbiert habe. „Die Situation ist besorgniserregend“, stellte der Geschäftsführer fest.
Laut Landesvereinigung lag der Milcherzeugerpreis in NRW für eine Standardmilch mit 4 % Fett und 3,4 % Eiweiß von Januar bis April mit durchschnittlich 32,51 Cent/kg Milch um 0,5 Cent oder 1,5 % unter dem Vorjahresniveau und damit auf dem Niveau von 2019. „„Leider haben wir im Moment nur leicht steigende Erzeugerpreise, obwohl alle Indikatoren eigentlich nach oben zeigen“, so der Geschäftsführer. Die Landesvereinigung erwarte daher in der zweiten Jahreshälfte ansteigende Milchpreise.
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