Vertreter der deutschen Milchbranche haben am vergangenen Montag auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin eine gemeinsame Strategie für den Milchsektor vorgestellt. Die sogenannte Sektorstrategie soll laut Unterzeichnern Antworten auf absehbare Herausforderungen der Branche geben. Neben dem Deutschen Bauernverband (DBV), dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV), dem Milchindustrie-Verband (MIV), der Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM) sowie dem Bundesverband der Privaten Milchwirtschaft (BPM) hatte auch der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) an der fachlichen Ausarbeitung mitgewirkt, unterzeichnete das Ergebnispapier aber nicht. Seinen Angaben zufolge wäre er dazu bereit gewesen, wenn es die Möglichkeit gegeben hätte, „auf notwendige weitere, in einer Strategie 2030 für den Sektor Milcherzeugung festzuhaltende gemeinsame Vereinbarungen hinzuweisen“.
Kernstück der „Strategie 2030 der deutschen Milchwirtschaft“ ist ein Maßnahmenkatalog mit über 40 Einzelmaßnahmen, die sich an die gesamte Kette der Milchwirtschaft sowie getrennt an die Erzeugerseite oder die Verarbeiterseite richten. Wesentliche Bestandteile sind unter anderem eine Branchenkommunikation, die noch dieses Jahr an den Start gehen soll; die Setzung von Standards, um gesellschaftliche Anforderungen hinsichtlich der Produktion berücksichtigen zu können sowie Mehrwert für alle Glieder der Milchlieferkette zu erzielen; eine frühzeitige Weitergabe von Marktsignalen an die Milcherzeuger soll außerdem eine schnellere Anpassung der Milchmenge ermöglichen und so die Lieferbeziehungen zwischen den Erzeugern und den Verarbeitern verbessern.
Die Strategie 2030 stellt den Unterzeichnern zufolge den Startschuss für einen gemeinsamen und fortlaufenden Prozess dar. Alle wesentlichen Akteure der deutschen Milchwirtschaft seien dabei zu einer konstruktiven Mitarbeit an der Umsetzung eingeladen. Die Strategie sowie die einzelnen Maßnahmen sollen zudem in regelmäßigen Abständen in einer gemeinsamen Plattform auf den Prüfstand gestellt und nachjustiert werden. Für 2025 haben die Partner bereits eine Zwischenbilanz vorgesehen. ds