Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen will den Öko-Landbau weiter voranbringen. Bis 2030 sollen 20 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche in dem Bundesland ökologisch bewirtschaftet werden. Dieses Ziel unterstützen soll auch die Einrichtung von Modellregionen, wie sie bereits in anderen Bundesländern bestehen. Am Donnerstag vergangener Woche hat Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser den ersten drei Öko-Modellregionen im Land die Auszeichnungsurkunden übergeben. Damit verbunden sind Förderzusagen in Höhe von jeweils jährlich bis zu 80 000 € für drei Jahre. „Wir wollen die Regionen dabei unterstützen, die Nachfrage nach Öko-Produkten aus ihrer Region anzukurbeln“, betonte Heinen-Esser. Dazu brauche es einen intensiven Dialog von Erzeugern und Verbrauchern, handwerkliche Verarbeitung, innovative und kurze Vermarktungswege, neue Öko-Wertschöpfungsketten und Zusammenarbeit aller Beteiligten. Um dies zu organisieren, unterstütze das Land die Kreise. Im vorangegangenen Förderwettbewerb hatten sich drei Regionen, davon zwei aus dem Rheinland, durchgesetzt.
Die Öko-Modellregion Bergisches RheinLand umfasst den Kreis Oberberg, den Rheinisch-Bergischen Kreis sowie Teile des Rhein-Sieg-Kreises. Die Mittelgebirgsregion prägen ein hoher Grünlandanteil und die Weidetierhaltung. Die Arbeiten in der Region sollen sich insbesondere auf die Erhöhung des Bio-Milch-Anteils, verbunden mit der Eta-blierung einer regionalen Verarbeitung und Vermarktung, sowie auf eine Erhöhung der Bio-Rindfleisch-Menge und der regionalen Schlachtkapazitäten richten. Außerdem wird eine Erweiterung der regionalen Produktpalette, und die Erzeugung von Sonderprodukten angestrebt. Auch der Bio-Gemüseanbau und alternative Vermarktungsformen in der Region sollen ausgebaut werden. Flankierend werden die Themen Gewässerschutz, Biodiversität und Klimawandel behandelt.
Mit der „Öko-Modellregion Niederrhein“ wollen sich die beiden Kreise Kleve und Wesel gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer und vielen weiteren regionalen Akteuren in einen Transformationsprozess der ländlichen Wirtschaft des Niederrheins begeben. Der Umbau der Land- und Ernährungswirtschaft nach ökologischen Maßstäben mitsamt Etablierung einer starken Dachmarke zielt dabei auf die Erhaltung der durch bäuerliche Weidewirtschaft geprägten Landwirtschaft und Kulturlandschaft des Niederrheins ab. Er soll auch der nachhaltigen Steigerung des Umwelt- und Klimaschutzes, des Tierwohls und der Biodiversität in der Region dienen.