Ministerium: Keine Dürrehilfen

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Im „Bericht zu Dürreschäden in der nordrhein-westfälischen Landwirtschaft 2020“ hat das NRW-Landwirtschaftsministerium am Montag vergangener Woche dem Fachausschuss des Landtags berichtet, dass „deutliche regionale Mindererträge bei der Grundfutterversorgung vom Grünland und durch Silomais zu verzeichnen“ seien. Dürrehilfen, wie sie im Jahr 2018 geleistet wurden, seien aber nicht beabsichtigt.

Reserven verbraucht

Weiter berichtete das NRW-Landwirtschaftsministerium, dass vermehrt Bauern mit ihren Banken über eine Aussetzung der Tilgung laufender Kredite verhandeln. Das betreffe insbesondere Milchviehhalter, die Darlehen in einer Phase niedriger Milchpreise oder für größere Ställe aufgenommen hätten. Das wisse man aus Beratungen der Bauern mit der Landwirtschaftskammer. In etlichen Betrieben seien die Reserven an Grobfuttermitteln zur Ernte 2020 vollständig verbraucht. Die Milchleistung dieser Betriebe sei stagnierend bis leicht rückläufig. Im Ergebnis sei eine kostendeckende Milchproduktion für einen erheblichen Teil der Betriebe aufgrund der Futtersituation in Kombination mit unterdurchschnittlichen Erzeugerpreisen seit 2018 nicht mehr möglich. Die angespannte Futtersituation sei demnach häufig der auslösende Grund für Liquiditätsprobleme, jedoch nicht vorrangige Ursache. „Liquiditätsschwierigkeiten von Betrieben allein aufgrund der Trockenheit dürften die Ausnahme darstellen“, heißt es in dem Bericht.

Besondere Dürrehilfen sind laut NRW-Landwirtschaftsministerium in diesem Jahr nicht vorgesehen. „Es bestehen weder auf Bundes- noch auf Landesebene Bestrebungen, die im Jahr 2018 gewährten Dürrehilfen fortzusetzen“, heißt es in dem Bericht. Der Bericht ist nachzulesen unter www.landtag.nrw.de, Dokumente, Parlamentsdatenbank, Stichwort „Dürreschäden“.

Mehrgefahrenversicherung?

Paul Christian Küskens, Vizepräsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), sagte in einem Interview mit der „Neuen Ruhr/Rhein Zeitung“ (NRZ) am Mittwoch vergangener Woche, dass es angesichts des Klimawandels eine staatliche Förderung für sogenannte Mehrgefahrenpolicen geben solle, mit denen sich Bauern gegen solche Dürreschäden versichern können.

Dies forderten auch die Landwirte aus dem Kreis Wesel explizit in einem
Schreiben an die NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser. „Im Kreis Wesel wie am gesamten Niederrhein stehen viele Futterbaubetriebe nach drei Dürrejahren vor dem Aus. Die Kosten für den Futterzukauf sind nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer NRW in den letzten drei Jahren sehr stark angestiegen. Eine gewinnbringende Milchproduktion ist unter den Auswirkungen des Klimawandels nicht mehr darstellbar“, betonten Kreisvorsitzender Johannes Leuchtenberg und Kreislandwirt Wilhelm Neu in dem Brief an die Ministerin. „Wir halten es daher für erforderlich, dass sich Nordrhein-Westfalen für den Weg der Mehrgefahrenversicherung unter Einbeziehung von Acker- und Grünland stark macht“, forderten sie.

Auch RLV-Präsident Bernhard Conzen appellierte bereits mehrmals gegenüber der Politik, eine Mehrgefahrenversicherung auf den Weg zu bringen, zuletzt im Rahmen des Zukunftskongresses „Landwirtschaft 2030 in NRW – Zukunft des Ackerbaus im Klimawandel“. Dies sei eine gute Möglichkeit, Strukturbrüche in der Landwirtschaft zu vermeiden. „Nur wirtschaftlich abgesicherte Betriebe können sich den zukünftigen Herausforderungen der Bewältigung des Klimawandels stellen“, betonte Conzen immer wieder.      Ah