Ministerpräsident auf Sommertour

Foto: Sabine Aldenhoff

Bei seiner Sommertour am Niederrhein machte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst am Dienstag vergangener Woche auch Halt in Geldern. Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Stephan Wolters besuchte er den landwirtschaftlichen Betrieb von Markus Baumann, einen typischen niederrheinischen Familienbetrieb mit Milchvieh und Bullenmast. Hier hatte sich die örtliche Kreisbauernschaft versammelt, um mit dem Besuch aus Düsseldorf die aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft zu diskutieren.

Wilhelm Hellmanns und Michael Wolters, beide Kreisbauernschaft Geldern, Kreislandwirtin Bärbel Buschhaus und Beate van Betteray, Ortsvorsitzende des Rheinischen LandFrauen-Verbandes, wurden unterstützt von Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands (RLV), Max Freiherr von Elverfeldt, Präsident der Familienbetriebe Land und Forst NRW, und Dr. Franz-Josef Stork, Landwirtschaftskammer NRW.

In der Diskussion ging es letztlich um die Frage, wie die Landwirtschaft so rentabel und attraktiv gestaltet werden kann, dass ihre Zukunft in der Region gesichert ist, damit auch die nächste Generation noch Interesse daran hat. Zurzeit seien die Rahmenbedingungen mit allerlei Auflagen und vielen Unsicherheiten so ungünstig, dass viele Landwirte Investitionen zurückstellen und abwarten. Es sei zu befürchten, dass viele Kollegen aufgeben werden. Beklagt wurden die fehlende Akzeptanz und Wertschätzung der Verbraucher und deren Ferne von der Landwirtschaft, die Flächenknappheit, der Personalmangel, die mangelnde Planungssicherheit, der Druck immer neuer Vorgaben aus Brüssel, um nur einige Punkte zu nennen. Schließlich spielten Landwirte und Landfrauen eine wichtige Rolle im Dorfleben, die ersatzlos wegfallen würde, wenn junge Leute sich nicht mehr für die Landwirtschaft entscheiden.

Der Ministerpräsident zeigte großes Verständnis für die Sorgen der Landwirte und hörte aufmerksam zu. Seine Hoffnung sei, dass mit der Zeitenwende nun doch beim Verbraucher das Bewusstsein steige, welchen Wert die regionale Produktion vor Ort hat. Er zeigte sich beeindruckt vom technischen Fortschritt in der Landwirtschaft, wie hier das Beispiel der Milchviehhaltung. Zum Thema Flächenverbrauch merkte Wüst an, dass bezüglich des Kiesabbaus ein Mengenmonitoring geplant ist, um einen Degressionspfad zu beschreiben – dies soll noch in die Regionalpläne aufgenommen werden. Damit nicht noch weitere Flächen für Photovoltaik verbraucht werden, müssten Projekte wie Agri-PV und Floating-PV weiter verfolgt werden. Vor dem Hintergrund der Landwirtschaft als Energieproduktion und Biodiversitätsfläche betonte Wüst, dass man doch die Landwirtschaft wieder als das sehen müsste, was sie ist, nämlich die Erzeugung von Lebensmitteln. Um dies zu erhalten, würde sich die NRW Landesregierung auch weiterhin dafür einsetzen, dass Vorgaben von der EU für die heimischen Landwirte abgemildert werden.

as