In der Vorweihnachtszeit sind Hedwig Queling und ihr Mann Reiner mit ihrem Oldtimerbus auf Märkten unterwegs und verkaufen Spekulatius. Mit dabei ist eine historische Spekulatiusmaschine, mit der die begeisterte Hobbybäckerin vor Ort Kekse herstellt. Fertige Kekstüten sind aber auch im Gepäck. Für deren Produktion nimmt sich die Niederrheinerin extra Urlaub.
Schon ihre Mutter habe in der Adventszeit immer Spekulatius gebacken. „Ursprünglich wollte ich Bäckerin werden“, erzählt Hedwig Queling. Da es in ihrer Heimatstadt Kalkar damals keine Lehrstelle gab, lernte sie Gärtnerin und war schließlich in einem Gartencenter in Goch tätig. Seit rund 30 Jahren wohnt sie mit ihrer Familie in Kranenburg-Frasselt und ist inzwischen im Lebensmitteleinzelhandel tätig. Als das Gartencenter seinerzeit eine Adventsausstellung machte, verkaufte die heute 53-Jährige erfolgreich ihre ersten Spekulatius. Das Familienrezept mit geheim gehaltenem Spekulatiusgewürz überzeugte viele Keksliebhaber und so wuchs die Nachfrage rasch.
Anfangs machte sie die Spekulatius mit Formen aus Holz. Eines Tages wurde sie auf dem Gartencenter-Weihnachtsmarkt von einer Dame angesprochen, die eine Spekulatiusmaschine aus den 1930er-Jahren abzugeben hatte. Dankbar kaufte Hedwig Queling die Maschine auf und ihr Mann, ein begeisterter Bastler, reparierte sie. Über die Jahre hat sich der Nebenerwerb, der unter dem Namen „Die Keksdose“ firmiert, immer weiterentwickelt. Advents- und Handwerksmärkte fragten sie an und eines Tages war sie auch nicht mehr auf die dort bereitgestellten Holzhütten angewiesen. Oldtimerfreund Reiner Queling hatte über das Internet in Belgien einen alten Citroën-Bus gefunden, den er für die Zwecke des Keksverkaufs umbaute und restaurierte. So passt seit rund 20 Jahren alles stilvoll historisch zusammen.
Mehr in LZ 49-2022 ab S.58