Mehr Leistung mit weniger Verbrauch erreichen – mit diesem Ziel veranstaltete die Deula Westfalen-Lippe ein Effizienz-Training für landwirtschaftliche Profis. Insgesamt 75 Landwirte brachten ihr Können mit dem Deula-Motto „Lernen und Erleben“ auf den neuesten Stand. Wie schont man den fruchtbaren und einzigartigen Bodenschatz, um weiterhin gute Erträge zu erzielen? Allen Teilnehmenden war klar, dass unter den aktuellen Klimabedingungen Erosionsvorsorge, Wasseraufnahme im Boden und Wasserlieferung aus dem Boden mit tiefer Durchwurzelung sowie CO2-Speicherung durch Humusbildung mit Lebendverbauung wichtiger denn je sind. Und so drehten sich die Gespräche auch um Themen wie Lebensmittel erzeugen und mehr Gewinn erzielen durch Bodenschonung mit besserer Technik. Der Schlüssel liegt im aktuellen Wissen und Können des Praktikers. Schleppertechnik ist spannend und wirkt durch die richtige Nutzung.
Praxis gefragt
Keine Praxis ohne Theorie: Hier ging es um Traktor- und Reifenwahl, Ballastierung, Zugpunkt, variablen Reifendruck und den 30 %-Zuschuss für Reifendruckregelanlagen. Auch die Transportleistung nebst Arbeits- und Flächenleistung mit besserer Dieseleffizienz wurde besprochen, bevor es auf dem Übungsacker um das Erproben des Gelernten ging. Hier wurde die Spurtiefe mit Erdkeileffekt auf den Dieselverbrauch, der akzeptable Schlupf, die Ballastierung und der Dieselverbrauch auf dem Acker ermittelt „Wie kommt die Motorkraft besser auf den Boden?“ – Das erfuhren die Praktiker durch Ausprobieren und nochmals Ausprobieren, bis die beste Zugleistung erreicht war. Hilfreich war dabei ein spezielles Software-Tool zur Erfassung von Leistung und Verbrauch.
Gut oder besser?
Sehr aufschlussreich für die Teilnehmenden war der folgende Versuch: Ein 250 PS-Schlepper mit vollem Fass absolvierte vier Runden mit je 13 km ohne und mit Anweisungen für besseres Fahren. Die Daten wurden erfasst – einschließlich Zeitbedarf und Dieselverbrauch – und mit der Videokamera aufgezeichnet. Anschließend konnten die Praktiker Fahrerverhalten und Fahrkomfort beurteilen. Vorausschauend fahren, weniger bremsen, also rollen lassen, sowie ein hoher Reifendruck an Schlepper und Fass sparen bis zu 20 % Diesel im Straßenrundkurs, wohlgemerkt mit gleicher Technik und gleichem Fahrer.
Auf dem Acker wurden mit Zug- und Bremsschlepper Spuren geprägt und die Spurtiefe und der Dieselverbrauch gemessen. Wie mit akzeptablem Schlupf durch richtigen Luftdruck im Reifen und passender Ballastierung gearbeitet werden kann, konnten die neben dem Schlepper hergehenden Teilnehmer aus seitlicher Sicht genau beobachten. Spurtiefe und Schlupf kosten Diesel und werden entscheidend durch den informierten Praktiker bestimmt. Auch wie dieseleffizientes Arbeiten mit dem Grubber möglich ist, erfuhren die Landwirte unter Anleitung der Profis und Trainer auf dem Übungsacker. Selbst die besten Fahrer erreichten immerhin noch eine Dieseleinsparung von mehr als 10 %.
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