Molkereien gegen Mengenbegrenzung

Der Brüsseler Vorschlag einer freiwilligen Mengenbegrenzung durch anerkannte Erzeugerorganisationen, deren Vereinigungen, Branchenverbände und Genossenschaften stößt in der hiesigen Milchwirtschaft auf Skepsis. Das haben Vertreter vom Deutschen Raiffeisenverband (DRV), dem Bundesverband der privaten Milchwirtschaft, dem Milchindustrie-Verband (MIV) und dem Deutschen Bauernverband (DBV) bei einem Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt Mitte vergangener Woche in Berlin deutlich gemacht. „Die Verarbeiterverbände sehen in diesem Modell keinen Lösungsweg für eine Stabilisierung des nationalen und europäischen Marktes“, hieß es in einer Presseverlautbarung, die nach dem Treffen he­rausgegeben wurde. Allerdings schließe das Aktivitäten einzelner Unternehmen nicht aus. Ausdrücklich wendet sich die Molkereiwirtschaft gegen nationale Alleingänge im Sinne einer Mengenbegrenzung. Die Verbände verweisen auf die Abhängigkeit des EU-Milchmarktes von den weltweiten Entwicklungen. Der Milchpreis werde global beeinflusst. Auch die bereits in Kraft getretenen und weiter geplanten Freihandelsabkommen der EU verbieten den Branchenvertretern zufolge ein Abschotten der Märkte. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, bezeichnete die Ausgestaltung der Lieferbeziehungen zwischen Landwirten und Verarbeitern als Schlüssel zur Bewältigung der derzeit schwierigen Situation auf dem Milchmarkt.