Molkereiwirtschaft meldet Umsatzrekord

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Die Preise am Milchmarkt sind für Erzeuger und Verbraucher im vergangenen Jahr auf Rekordniveau gestiegen, doch jetzt besteht ein Rückschlagpotenzial. Wie der Milchindustrie-Verband (MIV) auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin berichtete, ist die Rohmilchproduktion hierzulande – aber auch bei internationalen Wettbewerbern – wegen der hohen Erzeugerpreise wieder deutlicher gestiegen. Dies habe bei verhaltener Nachfrage in Inflationszeiten bereits zu Preisrückgängen für Milchprodukte am Weltmarkt und im Großhandel geführt. „Dies wird Konsequenzen für die Rohmilchpreise haben, die im Laufe von 2023 nachgeben werden“, so der MIV-Vorsitzende Peter Stahl. Zwar seien auch die Produktionskosten der Milchbauern wieder etwas gesunken, doch blieben diese – ebenso wie bei den Molkereien – auf einem deutlich höheren Niveau als in früheren Jahren. Laut Stahl lag der durchschnittliche Milcherzeugerpreis im vergangenen Jahr bei rund 53 Cent/kg und übertraf damit das Niveau von 2021 um 46 %. Die Milchanlieferungen blieben lange Zeit unter der Vorjahreslinie, nahmen jedoch in den letzten Monaten von 2022 spürbar zu, sodass insgesamt mit fast 32 Mio. t Rohmilch nahezu ebenso viel verarbeitet werden konnte wie 2021. Die geringeren Anteile von Fett und Eiweiß haben allerdings bei den Milchinhaltsstoffen zu einem moderaten Rückgang geführt. Aufgrund der höheren Verkaufspreise nahm der Umsatz der Molkereiwirtschaft laut Stahl gegenüber 2021 um rund 6,5 Mrd. € oder fast 23 % auf das Rekordniveau von 35 Mrd. € zu. Dem standen aber bei den Molkereien auch stark gestiegene Kosten gegenüber, sodass viele Unternehmen laut MIV „dennoch rote Zahlen“ schrieben.