„Massive Versorgungsengpässe“ bei Brot- und Qualitätsweizen hat der Geschäftsführer des Verbandes der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS), Dr. Peter Haarbeck, beklagt. „Die Situation ist in der gesamten Logistik überaus heikel“, so Haarbeck. Davon betroffen seien sowohl die Rohstoffbeschaffung als auch die Belieferung der Kunden. Laut VGMS-Präsidiumsmitglied Michael Gutting ist es derzeit schwierig bis nahezu unmöglich, Getreide mit passenden Qualitäten in ausreichenden Mengen zu beschaffen. Dem Verband zufolge kann der Getreidehandel die Nachfrage trotz des sehr hohen Preisniveaus nicht ausreichend bedienen. Marktkenner rieten dazu, sich spätestens jetzt um die Beschaffung der Rohstoffe für die kommenden Monate zu kümmern, um Versorgungsengpässe im Frühjahr abzuwenden. Dem VGMS zufolge sind die Gründe für die aktuelle Situation vielfältig. Eine unterdurchschnittliche Getreideproduktion mit extrem heterogenen Qualitäten in Deutschland habe in Kombination mit schlechten Ernten in wichtigen Anbauregionen in der Welt zu extremen Marktturbulenzen geführt. Inzwischen hätten die Getreidepreise „historische Höchststände“ erreicht. Fehlende Mengen und Qualitäten in anderen Ländern machten indes das Exportgeschäft mit Qualitätsweizen sehr attraktiv. Die deutschen Drittlandexporte an Weichweizen summierten sich in der laufenden Vermarktungssaison bereits auf 1,07 Mio. t; das sei mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.