Mulchen keine Falle für Wildbienen

Foto: Stiftung Rheinische Kulturlandschaft

Blühstreifen sind eine der am meisten genutzten Naturschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft. Jedoch gibt es nach Angaben der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft immer wieder Kritik, dass diese keinen oder nur wenig Nutzen für die Förderung von Insekten aufweisen. Insbesondere die Pflege dieser Maßnahme durch Mulchen werde kritisch gesehen. Es werde befürchtet, dass hierdurch eine ökologische Falle entstehe, welche die Biodiversität noch weiter reduziert. Die nun in der inter-nationalen Fachzeitschrift Journal of Insect Conservation veröffentlichte Studie der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft zeigt jedoch, dass gemulchte Blühstreifen zur Förderung von Wildbienen und Tagfaltern geeignet sind.

Über einen Zeitraum von sechs Jahren hat das Team rund um Dr. Heiko Schmied, Leiter für Forschung, Entwicklung und Wissenstransfer bei der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Daten im Projekt „Summendes Rheinland“ gesammelt und anschließend ausgewertet. „Blühstreifen sind ein sehr wichtiges Element bei der Förderung der Biodiversität von Insekten in der Agrarlandschaft“, hält der Erstautor der Studie Dr. Schmied als Kernaussage fest. Ergänzend stellt er jedoch auch klar, dass sich Blühstreifen in der Qualität sehr stark unterscheiden können. In dem der Studie zugrunde liegenden Projekt wurden 50 km hochwertige Wildpflanzenblühstreifen aus regionalem Saatgut angelegt und die Biodiversität der Wildbienen und Tagfalter unterschiedlich alter Blühstreifen erfasst.

Hierbei zeigte sich, dass auch schmale und jährlich gemulchte Blühstreifen neben konventionell genutzten Flächen keineswegs ungünstige Lebensräume oder sogar ökologische Fallen darstellen, sondern die Artenvielfalt der Wildbienen und Tagfalter fördern. Zwar werde im Naturschutz immer wieder betont, dass Maßnahmen nur gemäht werden sollten, um die darin lebenden Tiere nicht zu stark zu beeinflussen. Dies sei jedoch für reine Ackerbaubetriebe häufig nicht möglich, da die Maschinen für diese Art der Pflege oftmals fehlen.