Auf Haus Düsse soll bekanntlich der „Stall der Zukunft“ errichtet werden. Zwei Demonstrationsställe für die künftige Mastschweinehaltung sind geplant mit Fördermitteln des Düsseldorfer Landwirtschaftsministeriums. Aber laut Meldung von dpa lässt die Baugenehmigung auf sich warten. Wie ist der Stand der Dinge? Die LZ hat hierzu Bernhard Rüb, Pressesprecher der Landwirtschaftskammer NRW, befragt.
LZ | Rheinland: Herr Rüb, angeblich lässt die Baugenehmigung für den geplanten „Stall der Zukunft“ in Haus Düsse auf sich warten. Wie sieht es konkret aus?
B. Rüb: Fest steht, die beiden Mastschweineställe sollen in jedem Fall gebaut werden. Im Januar 2020 auf der Grünen Woche in Berlin ist das Vorhaben von NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser vorgestellt worden und es soll nach wie vor umgesetzt werden. Eine Baugenehmigung gibt es nicht und kann es auch nicht geben, denn bislang haben wir noch keinen Bauantrag gestellt.
LZ | Rheinland: Und warum nicht?
B. Rüb: Für den Bauantrag sind umfangreiche Unterlagen erforderlich. Es ist kein gewöhnlicher Antrag, da bei den neuen Ställen Elemente verbaut werden sollen, die bisher im Stallbau nicht eingesetzt wurden. Zum Beispiel Stalldächer, die man elektrisch auffahren kann. Darüber hinaus ist es auch nicht die einzige Baumaßnahme auf Haus Düsse, die im Rahmen des Projekts „Stall der Zukunft“ notwendig ist. Es werden neue Ställe gebaut und anderswo dafür Ställe zurückgebaut. Insgesamt ist es also ein größeres Vorhaben. Für die Vorbereitung hat die Landwirtschaftskammer mit einer Ausschreibung ein Planungsbüro gesucht, das den Bauantrag schreibt. Allerdings war diese Ausschreibung für die Planung erfolglos. Es hat sich leider keiner beworben. Vermutlich weil derzeit Hochkonjunktur im Baubereich herrscht.
LZ | Rheinland: Und was passiert nun?
B. Rüb: Inzwischen haben wir uns einen neuen Weg überlegt, wie wir weiter vorgehen. Unsere eigenen Experten werden jetzt Teilabschnitte für den Bauantrag liefern. Gemeinsam mit einem Planer, den wir inzwischen gefunden haben, werden sie den Bauantrag erarbeiten. Das läuft gerade. Sobald der Bauantrag fertiggestellt ist, wird er beim Kreis Soest eingereicht. Danach erfolgt die Umweltverträglichkeitsprüfung, die bei der geplanten Maßnahme aufgrund der gesetzlichen Vorgaben Pflicht ist.
LZ | Rheinland: Aber bereits Mitte nächsten Jahres sollen die Modellställe stehen. Ist das denn überhaupt noch machbar?
B. Rüb: Wir gehen davon aus, dass wir bis Mitte dieses Jahres den Bauantrag fertiggestellt haben und einreichen können. Und wir hoffen dann, dass die Ställe zeitnah auch gebaut werden.
Auf einen Fertigstellungstermin können wir uns im Moment, insbesondere wegen der überschäumenden Baukonjunktur, die ja sogar bereits zu Lieferengpässen bei Baumaterial geführt hat, nicht festlegen.
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