Nachgefragt: Kommern erwacht zum Leben

Foto: Hanna Bender

Wir haben mit Daniel Manner, Pressesprecher des LVR-Freilichtmuseums Kommern, über die Pandemie-Zeit und die Vorfreude auf das neue Jahr gesprochen.

LZ | Rheinland: Herr Manner, kürzlich gab es Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen, die auf mehr Normalität im Laufe dieses Jahres hoffen lassen. Wie haben Sie als Museumsteam die bisherige Pandemie erlebt?

D. Manner: Die Pandemie hat uns, wie in vielen anderen Bereichen eben auch, das Leben recht schwer gemacht. Großveranstaltungen mussten abgesagt oder stark verkleinert durchgeführt werden. Ständig die aktuellen Auflagen im Blick, die sich natürlich nicht oder nur schlecht mit einer längerfristigen Planung in Einklang bringen ließen. Aber das Museumsteam hat auch bewiesen, was alles möglich ist. Die Landwirte und Handwerker hatten durch die Veranstaltungsabsagen mehr Zeit für andere Projekte. Das Team Wissenschaft hat auf viele digitale Formate umgestellt, die sehr gut angenommen wurden, und es wurden auch Ferienprogramme, Aktionstage und kleinere Veranstaltungen durchgeführt. In beiden Pandemie-Jahren hatte das LVR-Freilichtmuseum viele Monate geschlossen und konnte trotzdem über 100 000 Besucher und Besucherinnen begrüßen. Darüber haben wir uns alle sehr gefreut!

LZ | Rheinland: Welches waren die größten Herausforderungen?

D. Manner: Flexibel auf neue Verordnungen, auf neue schriftliche Anordnungen unseres Dienstherrn LVR zu reagieren, kostete immer ein wenig Nerven. Meist kamen diese am Freitag nach 14 Uhr, mussten aber bereits für das Wochenende umgesetzt sein. Das ließ sich nicht vermeiden, forderte aber das gesamte Team. Mit der Zeit sind wir darin besser geworden. Wir hatten immer die Gesundheit unserer Gäste und Kollegen im Blick.

LZ | Rheinland: Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn nun wieder vieles möglich ist?

D. Manner: Wir haben bereits sehr viele Veranstaltungen und Aktionstage durchgeführt. 2G, 2G+, wir sind mit „allen Gs gewaschen“ und haben viel Erfahrung sammeln können. Wir freuen uns natürlich auf ein wenig mehr Planungssicherheit und sehen bei den leider steigenden Zahlen aber auch immer die Möglichkeit, dass am Ende vielleicht doch abgesagt werden muss. Wir planen gerade die Durchführung des bekannten „Jahrmarkts anno dazumal“ und haben hier auch Corona im Blick. Es wird hier zum Beispiel eine weitere Baugruppe genutzt. So verteilt sich alles ein wenig besser.

LZ | Rheinland: Wird der Jahrmarkt ablaufen wie vor der Pandemie?

D. Manner: Der „Jahrmarkt anno dazumal“ ist die Großveranstaltung des LVR-Freilichtmuseums Kommern. Zwischen 35 000 und 60 000 Menschen besuchten diese Veranstaltung in den Jahren vor Corona. Nun mussten wir leider zwei Jahre hintereinander absagen. 2022 trauen wir uns aber wieder und haben die Buden, Verkaufsstände weiter auseinandergezogen. Auch auf Angebote in Innenräumen oder Zelten wird dieses Jahr noch verzichtet. Welche Regeln nun letztlich gelten, müssen wir abwarten, aber wir haben extra die Baugruppe „Eifel“ mit in die Planung aufgenommen. So soll sich das Jahrmarktsgeschehen besser verteilen. Ein Jahrmarkt wie vor der Pandemie scheint wenig zielführend. Wir möchten eben auch, dass unsere Gäste sich wohlfühlen und durchaus wahrnehmen, dass man sich hier Gedanken gemacht hat. Derzeit steht die NRW-Übergangsregelung bis 2. April. Aktuell also 3G für den Besuch des Museums sowie Maskenpflicht in Gebäuden. Wie es dann weitergeht, wissen wir aktuell nicht.

LZ | Rheinland: Welche Veranstaltungen haben Sie als besondere Highlights im Jahresplan vorgesehen?

D. Manner: Neben dem „Jahrmarkt anno dazumal“, der mit den Geschwistern Weisheit aus Gotha als Highlight aufwarten wird, haben wir einen bunten Strauß an bekannten und beliebten Veranstaltungen zusammengestellt. Im

August reisen wir einmal mehr genau 50 Jahre in die Vergangenheit, wenn es zur „Zeitblende 1972“ geht. Auch pausierte Veranstaltungen wie „Kommern leuchtet“ sind 2022 wieder auf dem Plan.

LZ | Rheinland: Was wünschen Sie sich für dieses Jahr?

D. Manner: Für das Museum wünsche ich mir viele zufriedene Gäste, die von hier nach Hause fahren und sagen können, wir haben etwas gelernt und einen schönen Tag gehabt.

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