Nachgefragt: Wolf entnehmen!

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Die Landwirte in den rheinischen Wolfsgebieten stehen unter großer Anspannung: Seit im Oktober vorletzten Jahres am Niederrhein das erste Wolfsgebiet in NRW ausgewiesen wurde, kam es immer wieder zu Nutztierrissen durch die zugewanderte Wölfin, bei einigen Schafhaltern sogar wiederholt. Die LZ Rheinland befragte Schafhalter und Rentner Rolf Günzel aus Dinslaken, dessen Herde dreimal vom Wolf angegriffen wurde, zur aktuellen Situation.

LZ | Rheinland: Herr Günzel, wie oft hat der Wolf Ihre Herde angegriffen?

R. Günzel: Meine Schafherde hat sich in den vergangenen zwei Jahren von neun auf sechs Tiere dezimiert durch die Wölfin Gloria. Der erste Angriff war im September 2018, dann im August 2020 und zuletzt Anfang Dezember 2020. Ich halte die Schafe in einem 1,35 m hohen Maschendrahtzaun und drei Elektrolitzen führen oben drüber auf einer Höhe bis zu 1,90 m. Im Erdreich befindet sich ein circa 60 bis 80 cm tiefes Betonfundament, sodass sich Wildtiere nicht darunter durchgraben können. Den Maschendrahtzaun habe ich von Anfang an errichtet, als ich mir die Kamerunschafe als „Rasenmäher“ zulegte. Nach den Angriffen habe ich insgesamt vier Elektrolitzen montiert, je zwei oben und unten. Wie Gloria trotzdem über den Zaun gekommen ist? Ich kann es mir nur so erklären, dass sie über den Zaun geklettert ist und unter den oberen Elektrolitzen durchgeschlüpft ist.

LZ | Rheinland: Was hätten Sie eigentlich von Behörden und Politik erwartet?

R. Günzel: Bisher habe ich auf die letzten beiden Vorfälle keine Reaktion erhalten, also Entschädigungsangebote bekommen oder Ähnliches. Mir wurde nur gesagt, der Zaun sei nicht dicht genug. Es sind zwei kleine Löcher drin, durch die noch nicht einmal mein Hund, ein Labrador, durchpasst. Die Zaunreparatur übernehme ich selbst, da habe ich auch keinen Beleg mehr für die Zaunmaterialien, die ich vorrätig im Keller lagere. Entschädigungen bringen aber auch nicht viel. Viel lieber wäre es mir, wenn Gloria entnommen würde.

LZ | Rheinland: Wie sollte aus Ihrer Sicht mit Wölfen, die Schutzzäune überwinden und Weidetiere reißen, weiter umgegangen werden?

R. Günzel: Der Wolf ist ein Tier, das nicht in eine dicht besiedelte Region wie das Ruhrgebiet gehört. Ich hoffe nicht, dass eines Tages etwas Schlimmes passiert. Im August fand der Wolfsangriff 50 m von meinem Haus entfernt statt. Ein paar Tage zuvor hat meine Nichte dort gezeltet. Da mag man sich gar nicht ausmalen, was hätte passieren können. Die Wölfin Gloria muss dringend entnommen werden!

LZ | Rheinland: Wie geht es nun für Sie persönlich weiter?

R. Günzel: Ich halte meine Schafe weiter und werde zusehen, dass ich den Zaun weiter optimiere, sodass kein Wolf hineinkommt. ah