Nährstoffbelastung in EU oft zu hoch

Foto: Andrea Hornfischer

In der Europäischen Union ist die Nitratkonzentration in den Oberflächengewässern und im Grundwasser in den vergangenen zehn Jahren nur noch geringfügig zurückgegangen. Allerdings ist die Belastung im Vergleich zur Situation vor Annahme der europäischen Nitratrichtlinie im Jahr 1991 deutlich geringer. Diese Feststellungen finden sich im Nitratbericht der EU-Kommission, der am Montag vergangener Woche vorgelegt wurde. Wie die Brüsseler Behörde erklärte, ist die Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft in vielen Mitgliedstaaten nach wie vor ein „ernstes Problem“. Im Untersuchungszeitraum des Berichts zwischen 2016 und 2019 sei bei 14,1 % des Grundwassers der für Trinkwasser festgelegte Grenzwert für Nitrat immer noch überschritten worden. Laut den Untersuchungsergebnissen gelten in der EU 81 % der Meeresgewässer, 31 % der Küstengewässer, 36 % der Flüsse und 32 % der Seen als eutrophe Wasserkörper. Die Qualität der nationalen Aktionsprogramme hat sich der Kommission zufolge verbessert. Allerdings seien die bestehenden Maßnahmen bei der Bekämpfung der Verschmutzung in Gebieten, in denen die Belastung durch die Landwirtschaft zugenommen habe, in vielen Fällen nicht wirksam genug. Zudem müssten auch die Folgen des Klimawandels bei den Anstrengungen zur Verringerung der Nitratbelastung auf nationaler Ebene stärker berücksichtigt werden.

Die Kommission kündigte Maßnahmen an, um eine bessere Umsetzung der Nitratrichtlinie sicherzustellen. Nur so könne das im Green Deal vorgesehene Ziel, die Nährstoffverluste bis 2030 um mindestens die Hälfte zu reduzieren, erreicht werden. Notwendig dafür sind nach Auffassung der Brüsseler Behörde verstärkte Anstrengungen der Mitgliedstaaten, und zwar auf nationaler und regionaler Ebene. Die Kommission sieht dabei zwölf Mitgliedsländer, da­runter neben Dänemark, die Niederlande, Polen, Spanien, Tschechien und Ungarn auch Deutschland, bei den Anstrengungen zur Verringerung der Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft vor „größten Herausforderungen“. In sieben weiteren Ländern, zu denen Bulgarien, Frankreich, Italien und Zypern zählen, gibt es der Untersuchung zufolge „Brennpunkte, an denen die Belastung dringend angegangen werden muss“.

AgE