Nässe macht Probleme

Foto: Werkbild Pfeifer & Langen

Diese Woche ist Halbzeit für die rheinische Rübenkampagne. Dann wird rund die Hälfte der Rüben in den Zuckerfabriken verarbeitet sein. Darauf weist der Rheinische Rübenbauer-Verband (RRV) hin. Allerdings haben kontinuierliche Niederschläge fast über die gesamte bisherige Kampagne vor allem die Rodearbeiten behindert, so der RRV. Immer wieder hätten diese aufgrund der Nässe auf den Feldern unterbrochen werden müssen. Auch Verladen und Vorreinigen sowie Abtransport vom Feld seien deutlich erschwert gewesen. Infolge der Witterung seien die Rodearbeiten zudem noch nicht so weit fortgeschritten wie geplant. Sie dürften sich bis in den Dezember hinziehen.
Der außergewöhnliche Witterungsverlauf über das ganze Jahr hinweg hatte laut RRV erheblichen Einfluss auf die Ertragsbildung. Infolge moderater Temperaturen und reichlicher Wasserversorgung sei der Rübenmasseertrag sehr hoch und betrage im Durchschnitt über 85 t/ha. Neben der schwierigen Witterung seien auch die hohen Rübenerträge ein Grund dafür, dass die Rübenkampagne erst Mitte Januar enden werde. Den Zuckergehalt der Rüben schätzt der RRV im rheinischen Kampagnenmittel auf rund 16 % ein, was deutlich unter dem langjährigen Mittel liegt und der niedrigste Wert seit knapp 40 Jahren wäre. Der Zuckerertrag dürfte deswegen nur knapp über dem langjährigen Mittel liegen.
Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) bezifferte in der Woche zuvor den voraussichtlichen mittleren Zuckergehalt der Rüben im Bundesschnitt in ihrer dritten Schätzung zum Stichtag 30. Oktober auf 16,7 %; Mitte September war noch mit 17,2 % gerechnet worden. Begründet wurde die Abwärtskorrektur mit fehlendem Sonnenschein. Damit würde der Vorjahreswert um
0,9 Prozentpunkte verfehlt, der Fünfjahresdurchschnitt um 1,2 Prozentpunkte. Die Rübenanlieferung taxiert die WVZ jetzt auf 28,85 Mio. t. Das wären aber noch 3,49 Mio. t mehr als 2022/23. Der fünfjährige Kampagnendurchschnitt liegt bei 26,40 Mio. t Rüben. Den diesjährigen Rübenertrag
veranschlagt die WVZ im Mittel auf 79,1 t/ha, nach nur 70,3 t/ha im Vorjahr. Unter dem Strich dürfte sich damit nach der Voraussage der Branchenvertretung für 2023/24 eine Zuckererzeugung von 4,24 Mio. t Weißzuckerwert ergeben (Vorjahr: 4,36 Mio. t).    ds/AgE