„O’gsägt is!“ – Nein, das wurde nicht gesagt, aber gepasst hätte es schon, als am Donnerstag vergangener Woche die extra aus Bayern angereiste Deutsche Weihnachtsbaumkönigin Sophia Adlberger resolut und höchstselbst den symbolischen ersten Weihnachtsbaum der Saison schlug. Eingeladen zur Pressekonferenz zum Start in die Advents- und Weihnachtszeit hatte die Fachgruppe Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger NRW im Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen in den Wald des Forstbetriebs Bloemersheim zwischen Neukirchen-Vluyn und Rheurdt-Schaephuysen.
Gute Qualitäten in allen Größen
Die rund 600 Weihnachtsbaumproduzenten in NRW blicken auf ein gutes Jahr zurück. Trotz langer Trocken- und Hitzeperioden gibt es gute Qualitäten in allen Größen, denn der Weihnachtsbaum Nr. 1, die Nordmanntanne, hat anders als die trockenheitsempfindliche Fichte eine Pfahlwurzel. Nordrhein-Westfalen ist mit rund 7 Mio. Weihnachtsbäumen eines der größten Anbaugebiete in Europa. „Für uns Produzenten ist das ganze Jahr über Weihnachten“, spielte Eberhard Hennecke, Vorsitzender der Fachgruppe Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger im Landesverband Gartenbau NRW und im Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger, auf die laufenden Pflegearbeiten in den Baumkulturen an.
Zum Zeitpunkt des Verkaufs sind die üblichen Größen von rund 2,20 m zwischen acht und zehn Jahre alt. „Die Preisspanne liegt dieses Jahr voraussichtlich zwischen 21 und 27 € pro laufendem Meter für eine Nordmanntanne. Der Familienausflug zum gemeinsamen Weihnachtsbaumkauf erfreut sich großer Beliebtheit. Der Weihnachtsbaum ist ein emotionales Produkt als natürliches Symbol für Familie, Geborgenheit und Ruhe. Wir Erzeuger sind stolz, dass wir das leisten können“, betonte Hennecke.
Kunden legen Wert auf Regionalität
Bevorzugt wird nach wie vor der echte Weihnachtsbaum, auch Naturbaum genannt. Er ist nicht nur natürlich, sondern duftet wunderbar und trägt zu einer schöneren Weihnachtsatmosphäre bei. Auch beim Weihnachtsbaumkauf legen Kunden immer mehr Wert auf Regionalität. Inzwischen werden 25 % der Bäume direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, 25 % im Straßenhandel und der Rest in Supermärkten sowie in Garten- und Baumärkten. Dabei ist der beliebteste Weihnachtsbaum immer noch die Nordmanntanne (85 %), gefolgt von Blaufichte, Fichte und Nobilis.
Immer mehr Kunden kaufen direkt vor Ort. „Der Weihnachtsbaumdirektverkauf hat auf Gut Bloemersheim mehr als 70 Jahre Tradition. Wir verkaufen unsere frisch geschlagenen Weihnachtsbäume in großer Auswahl direkt im Wald. Familien können ihren Weihnachtsbaum auch selbst schlagen und vor Ort den beliebten Bloemersheimer Apfelpunsch, frische Waffeln und Deftiges vom Grill genießen. So weiß man, wo der Weihnachtsbaum herkommt und hat dazu einen wunderbaren Tag hier am Niederrhein“, so Friedrich Freiherr von der Leyen, Inhaber des Forstbetriebs Bloemersheim.
Auch Weihnachtsbaumkönigin Sophia Adlberger freut sich über die zunehmende Wertschätzung für regional erzeugte Weihnachtsbäume: „Wir können so dem Kunden besser vermitteln, wie viel Arbeit und Zeit in einem Weihnachtsbaum steckt, der für mich einfach zu einem schönen Weihnachtsfest gehört.“
as