Neue Gesichter bei der Landjugend

Foto: RLJ

Dass man sich in der aktuellen Situation nicht persönlich treffen konnte, war zwar schade, der digitale Weg verschaffte der Landesversammlung der Rheinischen Landjugend (RLJ) aber einen Rekordzuspruch: Vertreter aller

14 Ortsgruppen waren über Zoom dabei, als sich vier langjährige Vorstandsmitglieder verabschiedeten. Unter den 70 Teilnehmern waren als Gäste auch der Präsident der Landwirtschaftskammer NRW Karl Werring, Angelika Flüch, die für den Rheinischen LandFrauenverband den Kontakt zum RLJ pflegt, Petra vom Bey, die 1. Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Jugendarbeit auf dem Land, und Anne-Kathrin Meister, die als stellvertretende Bundesvorsitzende beim Bund der Deutschen Landjugend (BDL) für das Rheinland zuständig ist.

Der „Besuch aus Bayern“ wäre mit einer Präsenzveranstaltung wohl eher nicht zustande gekommen, doch so war es eine Premiere, dass die Landesvorsitzenden der Bayerischen Jungbauernschaft Magdalena Eisenmann und Georg Rabl unter den Teilnehmern waren. „Uns freut es, dass wir die digitalen Möglichkeiten nutzen können! Corona hat also neue Wege aufgetan, die wir auch langfristig in Hybridveranstaltungen nutzen können, um über weite Wege und Grenzen hinweg miteinander zu kommunizieren und dabei nicht nur die Stimme zu hören, sondern auch Gesichter zu sehen!“, betonte Georg Rabl.

Rückblick schwierig, Ausblick auch

Schon im Rückblick wurde deutlich, dass auf allen Ebenen die Landjugendarbeit durch die Pandemie schwer ist: Digitale Zusammenkünfte stoßen oft auf weit weniger Resonanz als echte Treffen, es gab viele Pläne, die über den Haufen geworfen werden mussten, was die Motivation für neue, weiter unsichere Pläne deutlich dämpft. Entsprechend leer sind die Terminkalender für dieses Jahr. Doch die Lust auf Gemeinschaftsevents und die Sehnsucht danach, sich endlich mal wieder persönlich treffen zu können, spürte man allen Teilnehmern deutlich an. So bleibt die Hoffnung auf das zweite Halbjahr und die Vorfreude auf 2022 und 2023. Denn dann wird die Internationale Grüne Woche die Rheinische Landjugend wieder fordern: Zusammen mit dem Bund der Landjugend Württemberg-Hohenzollern wird die RLJ dann den Stand auf dem Erlebnisbauernhof verantworten. Und auch ein paar erfolgreiche digitale Angebote sollen fortgeführt werden: Der Makramee-Abend, Bier-Tasting, digitale Spieleabende sollen beispielsweise die Freizeit auch in diesem Jahr bereichern. Und auch die politische Verbandsarbeit findet immer wieder digitale Wege.

Nachdem das Protokoll der letzten digitalen Zusammenkunft im Dezember genehmigt, der Geschäftsbericht 2020 vorgestellt worden war, die Kassenprüfer zu Wort gekommen waren und die Entlastung der Verantwortlichen erteilt worden war, ging es ans Verabschieden.

Digital gewählt

Ein Großteil des Abends drehte sich um die Veränderungen im RLJ-Vorstand: Sebastian Dückers, Anna Schmitz, Anna Katharina Blomenkamp und Kevin Hückelhoven traten nach vielen Jahren in der Arbeit für die Landjugend im Rheinland nicht mehr zur Wahl an. Natürlich wäre es schöner gewesen, sich persönlich zu bedanken und die vier zu verabschieden, doch „Wir holen das nach!“, waren sich alle einig. Mit herzlichen Worten würdigten Julia Weidtmann, Jan Elsiepen, Kristina Bartmann und Moritz Kölsch ihre scheidenden Vorstandskollegen. Sie hatten vieles gemeinsam erlebt, Dinge angestoßen und vorangebracht und dabei sind Freundschaften entstanden, die auch bei den neuen Wegen der vier Scheidenden bleiben werden.

Doch nicht nur die Posten von Sebastian Dückers als Vorsitzender, Anna Schmitz als stellvertretende Vorsitzende, Anna Katharina Blomenkamp für den Arbeitskreis Verbandsentwicklung und Kevin Hückelhoven für den Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit mussten neu besetzt werden: Die Delegierten der Ortsgruppen hatten die zeitaufwendige Aufgabe, den gesamten Vorstand samt Beisitzern und Kassenprüfern neu zu wählen. Dabei ermöglichte das digitale Werkzeug VotesUP eine geheime Abstimmung, bei der auch die kurzfristig ins Rennen gebrachten Kandidaten berücksichtigt werden konnten. Dass es für alle Positionen Bewerber gab, lag sicher auch an den Videos, mit denen die vorherigen Vorstandsmitglieder ihre Aufgabenbereiche vorstellten und so Lust auf die Verbandsarbeit machten. Zu sehen waren die Videos schon im Vorfeld auf der RLJ-Website und in den sozialen Medien.

„Wir haben das erste Mal vor, dass wir Beisitzer in den Landesvorstand wählen“, erklärte Sebastian Dückers. Bisher hätten die Vorstandsmitglieder sich selbst aktive Mitglieder als Unterstützer für die Arbeit auf Landesebene ausgesucht – nun wolle man das Gremium nutzen, um bis zu drei offiziell in dieses Amt zu wählen. „Ein Grund ist auch, dass in den nächsten Jahren weitere Vorstandsmitglieder wahrscheinlich aufhören werden und so den Beisitzern die Posten nähergebracht werden können.“ Auch in den Arbeitskreisen gibt es die Möglichkeit, als Beisitzer in ein mögliches späteres Amt hineinzuschnuppern und zu erleben, ob man sich einen solchen Posten persönlich vorstellen kann.

Entschieden haben sich die Delegierten für Moritz Kölsch als 1. Vorsitzenden, Julia Weidtmann als 1. Vorsitzende, Jan Elsiepen als stellvertretenden Vorsitzenden und Anna Siekerkotte als stellvertretende Vorsitzende. Den Arbeitskreis Agrar leitet jetzt Benedikt Kneer, für den Arbeitskreis Freizeit bleibt Kristina Bartmann verantwortlich. Auch Sebastian Heck wurde im Amt als Arbeitskreisleiter Jugendpolitik bestätigt. Patrick Kampmann übernimmt den Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit und Florian Lemm wird zukünftig den Arbeitskreis Verbandsentwicklung verantworten. Als Beisitzer wurden Nicole Hirsch, Jessica Krebbing und Lena Bock gewählt. Als Kassenprüfer macht Jan Zimmermann weiter und wird von Kevin Hückelhoven unterstützt. ke