Neue Pflanzenschutz-Strategien im Ökolandbau

Foto: Eugen Winkelheide

Mehr Öko-Züchtung, mehr praxisnahe Forschung und schnellere Zulassungsverfahren für neue Wirkstoffe könnten einen wichtigen Beitrag leisten, den Pflanzenschutz im Ökolandbau nachhaltig zu verbessern. Das sind die zentralen Ergebnisse der zweitägigen Online-Fachtagung „Weiterentwicklung von Pflanzenschutzstrategien im Ökolandbau“, an der kürzlich etwa 150 Fachleute aus Wissenschaft, Praxis und Beratung teilnahmen.

 

Initiatoren der vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) geförderten Veranstaltung sind das Julius-Kühn-Institut (JKI) und der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

 

Dr. Carl Vollenweider, Züchtungsexperte auf dem Dottenfelder Hof, wies in seinem Beitrag auf die Problematik der Verbreitung des Steinbrandes (Tiletia caries) im ökologischen Weizenanbau hin. Eine Untersuchung von 30 Proben verschiedener Betriebe aus dem Bundesgebiet habe ergeben, dass knapp ein Drittel mit dem samenbürtigen Erreger belastet ist. „Häufig fehlt es an Bewusstsein für die Problematik, weil eine Infektion schwer zu erkennen ist“, sagte Vollenweider. Hinzu komme, dass fast alle verfügbaren Sorten anfällig sind und sich die Sporen bei der Saatgutaufbereitung leicht übertragen.

 

Umso wichtiger ist aus seiner Sicht ein kombinierter Ansatz zur Eindämmung des Erregers. Dazu gehörten eine allgemein hohe Saatgutqualität mit intensiven Kontrollen auf Sporen, vorbeugende agronomische Maßnahmen im Anbau, eine Saatgutbehandlung nach den Vorgaben des Ökolandbaus und eine Ausweitung der Resistenzzüchtung. Da bestehende Resistenzen häufig nur auf einem Gen beruhten, würden diese meist schnell durchbrochen. Deshalb komme es laut Vollenweider darauf an, Marker für vorhandene Resistenzgene zu entwickeln und diese zur Erzeugung von Varietäten mit mehreren unterschiedlichen Resistenzen zu nutzen.

 

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