In Nordrhein-Westfalen sind im Jagdjahr 2022/23 bei Rehwild sowie bei Sika- und Muffelwild neue Höchstwerte bei der Jagdstrecke erreicht worden. Das hat Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen am Donnerstag vergangener Woche mitgeteilt. Demnach wurden vom 1. April 2022 bis zum 31. März 2023 landesweit 125 265 Rehe erlegt. Das waren 7 769 mehr als im Jahr davor. Die Streckenzahl für Sikawild erhöhte sich um elf auf 1 896, die für Muffelwild um 169 auf 1 527. Rotwild wurde nach Ressortangaben dagegen seltener erlegt. Insgesamt verzeichnet wurden 7 038 Stück und damit 322 weniger als im Jahr zuvor. Beim Damwild lag der Wert mit 5 461 genau 223 Stück unter dem Höchstwert aus dem Vorjahr. Beim Schwarzwild verzeichnet das Ministerium 2022/23 einen Rückgang der Jagdstrecke um 19 575 auf 29 991 Stück.
Ein solcher Rückgang könne zyklischen Schwankungen in der Wildschweinpopulation unterliegen und in der nächsten Jagdperiode wieder ansteigen, erklärte Gorißen. Sie hob hervor, dass der Einsatz der Jägerschaft, den Schwarzwildbestand weiterhin zu bejagen, auch aus Gründen des Schutzes vor Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest (ASP) fortgesetzt werden sollte. Um das aktive Management der Wildschweinpopulation zu fördern und die gute Präventionsarbeit fortzusetzen, übernehme das Land NRW weiterhin die Kosten für die Trichinen-Untersuchungen, erklärte die Ministerin. So könne das Fleisch vom erlegten Tier ohne gesundheitliche Bedenken in den Handel gelangen.
Gorißen unterstrich zudem die Bedeutung der Jagd für die Wiederbewaldung. Um diese voranzutreiben, sei auch in den kommenden Jahren eine effektive Jagd erforderlich.
Zufrieden mit der Jagdstrecke 2022/23 zeigte sich der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen. „Gemeinsam mit unseren Partnerverbänden im ländlichen Raum beschreiten wir weiter den nordrhein-westfälischen Weg“, unterstrich Verbandspräsidentin Nicole Heitzig. Waldbesitzer, Förster und Jäger packten gemeinsam, partnerschaftlich und eigenverantwortlich die Aufgabe der Wiederbewaldung an. Heitzig machte deutlich, dass der Wiederaufforstungserfolg von vielen Faktoren abhänge und alle Bürger sowie die Politik gleichermaßen in der Verantwortung stünden. Sie sollten dem Engagement der heimischen Jäger folgen. Scharfmachern mit einfachen Parolen erteilte die Verbandspräsidentin eine klare Absage. Das Ziel sei der Wald der Zukunft, nicht eine „planlose Maximierung der Abschusszahlen“.
AgE