Neues NRW-Insektenmonitoring

Foto: Dr. Martin Sorg

Von den in den roten Listen Nordrhein-Westfalens behandelten knapp über 3 000 Insektenarten gelten 52 % als gefährdet oder ausgestorben. Das genaue Ausmaß des Rückgangs für alle anderen der etwa 25 000 Insektenarten in NRW ist weitgehend unbekannt, da standardisierte, langjährige Untersuchungsprogramme fehlen. Daher führt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) zusammen mit dem Entomologischen Verein Krefeld ein Projekt zur Erfassung flugaktiver Insekten durch. Dazu werden 60 repräsentativ ausgewählte Probenflächen in der Agrarlandschaft, aber auch in Wäldern und Siedlungen ein Jahr lang untersucht. Die Probenflächen gehören zum Flächennetz der Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS), mit der das Land seit 1997 untersucht, wie sich die Biodiversität in NRW entwickelt. Auf den Probenflächen wird an ausreichend breiten Rändern von Feldern und Grünlandflächen von Ende März bis etwa Ende Oktober eine „Malaisefalle“ aufgestellt. Dabei handelt es sich um ein 2 m hohes, zeltartiges Gestell, mit dem fliegende Insekten gefangen und konserviert werden. Am Ende des Jahres wird die Masse der gefangenen Insekten bestimmt und über alle Standorte hinweg zu einem landesweit gültigen Ergebnis zusammengefasst. Die Festlegung des Fallenstandorts innerhalb der je 100 ha großen Probenflächen erfolgte per Zufallsprinzip aus einer Vorauswahl geeigneter Standorte. Die Landwirtschaftskammer NRW unterstützt das Projekt und hat dem LANUV dabei geholfen, die Bewirtschafter der Flächen ausfindig zu machen und zu informieren. So können die Standorte mit den betroffenen Landwirten vor Ort vor dem Aufstellen der Falle abgestimmt und Probleme bei der Bewirtschaftung verhindert werden. Pia Winkel, LANUV