Neues Rohstoff-Zeichen

Foto: ZKHL

Das Herkunftskennzeichen Deutschland wird ab 2026 erweitert

 

Das Herkunftskennzeichen „Gutes aus deutscher Landwirtschaft“ wird um ein Rohstoff-Zeichen erweitert. Das neue Kennzeichen ist am Dienstag vergangener Woche von der zuständigen Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft (ZKHL) gemeinsam mit dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) und dem Bundesverband der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) auf der Grünen Woche in Berlin vorgestellt worden. Damit kann ab sofort die Herkunft von heimischen Rohstoffen in Mischprodukten kenntlich gemacht werden.

 

Vo­raus­setz­ung ist, dass ein Mindestanteil von 51 % des deutschen Rohstoffs im Produkt verarbeitet wurde, erläuterte ZKHL-Geschäftsführer Peter Jürgens. Damit kann die Herkunft aus Deutschland auch für landwirtschaftliche Rohstoffe, wie zum Beispiel Milch in Fruchtjoghurt oder Fleisch in marinierten Waren für den Grill, angegeben werden. Ein Fruchtjoghurt kann damit das charakteristische Zeichen mit dem Traktor mit dem Hinweis „Milch aus deutscher Landwirtschaft“ tragen.

 

Mit dem neuen Rohstoff-Zeichen ergeben sich ab Januar 2026 neue Auszeichnungsmöglichkeiten. Damit wird Jürgens zufolge die Lücke geschlossen, die das bisherige Zeichen bei gemischten und verarbeiteten Produkten gelassen hat. Darüber hinaus wird die Anzahl der zeichenfähigen Produktgruppen beim Herkunftskennzeichen Deutschland erweitert, nachdem es ab September 2024 im Markt eingeführt worden und die gemeinsame Bewerbung gestartet war. Laut ZKHL können nun auch Getreide, Hülsenfrüchte, Ölsaaten, Zucker, Fruchtsaft, Honig sowie Pflanzen und Blumen mit den Herkunftskennzeichen ausgelobt werden.

 

Das einheitliche Herkunftskennzeichen war durch eine im November 2023 unterzeichnete Branchenvereinbarung ins Leben gerufen worden. Ziel war, damit diverse Herkunftszeichen im Lebensmitteleinzelhandel abzulösen und deutsche Agrar­erzeugnisse für Verbraucher sichtbarer zu machen. Laut ZKHL-Geschäftsführer Jürgens ist geplant, die Branchenvereinbarung zu erneuern. Dafür werde eine entsprechende Anschlussvereinbarung entwickelt, die ab dem 1. Januar 2027 greifen soll. Zudem werde 2026 eine Evaluierung der bisherigen Zeichenentwicklung durchgeführt. Darüber hinaus soll die Zeichennutzung in allen Produktgruppen ausgebaut werden, auch im Bereich Handelsmarken sowie Herstellermarken. Aktuell zählen über 300 Lebensmittelhersteller zu den Zeichennutzern. Aufseiten des Lebensmitteleinzelhandels sind alle führenden Unternehmen mit an Bord, also Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka/Netto, Lidl/Kaufland, Rewe/Penny sowie Norma.

 

AgE