Zusammen mit den jüngsten Fällen wurden laut den amtlichen Angaben seit Jahresbeginn bereits 55 ASP-Infektionen in Schweinehaltungen registriert. Dem stehen lediglich 48 Ausbrüche im gesamten letzten Jahr gegenüber. Im Rahmen der Seuchenschutzmaßnahmen mussten 2020 bereits rund 44 500 Hausschweine gekeult werden, während bis Ende 2019 „nur“ insgesamt gut 35 000 Nottötungen vorgenommen worden waren. Hinzu kommt, dass die Seuche unvermindert im Wildschweinbestand grassiert. Die Gesamtzahl der Funde von an der ASP verendeten Wildschweinen hat in dieser Woche die Marke von 3 000 Fällen überschritten, wobei die Menge an toten Wildschweinen noch deutlich darüber liegt, da oft mehrere Kadaver an einem Ort gefunden werden.
Ein in China entwickelter Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest macht währenddessen offenbar gute Fortschritte und soll jetzt in die Phase der erweiterten klinischen Erprobung und Produktionsstudien eintreten. Wie das Pekinger Landwirtschaftsministerium vorvergangene Woche mitteilte, haben Wissenschaftler des Harbin Veterinary Research Institute an der Chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften (CAAS) Mastferkel und Sauen mit der zehn- bis hundertfachen Immunisierungsdosis geimpft und fanden während einer 20-wöchigen Beobachtungsphase keine klinischen Anomalien oder Anzeichen einer Krankheit. Der Direktor des Harbin Institute, Bu Zhigao, berichtete, dass die Ferkel nach der Impfung normal aufgewachsen seien und die Sauen eine normale Brunst und Trächtigkeit ohne Fehlgeburten gehabt hätten. In einem weiteren Impfversuch mit 3 000 Mastschweinen in biologisch sicheren Einrichtungen an drei Standorten in den Provinzen Heilongjiang, Henan und Xinjiang hat es nach Aussagen von CAAS-Leiter Tang Huajun ebenfalls keine Auffälligkeiten gegeben.