Die Niederlande und Nordrhein-Westfalen wollen in den Bereichen Landwirtschaft, Forsten, Tiergesundheit und Lebensmittelqualität stärker zusammenarbeiten. Wie das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW in der vergangenen Woche mitteilte, sind die direkten Nachbarn füreinander sehr wichtige Wirtschaftspartner, auch im Agrarsektor. Die beiden Länder stünden zudem in der Land- und Forstwirtschaft, der Ernährungssicherheit und bei der Tiergesundheit vor vergleichbaren Aufgaben, nicht zuletzt wegen des Klimawandels und globaler Krisen.
Um auf diesen Feldern die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen, hat NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen im Rahmen der Regierungskonsultationen ihres Bundeslandes und den Niederlanden eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich Landwirtschaft, Forsten, Tiergesundheit und Lebensmittelqualität mit dem niederländischen Landwirtschaftsministerium und den Provinzen Overijssel, Gelderland, Limburg und Noord-Brabant abgeschlossen.
„Die Niederlande und Nordrhein-Westfalen sind wirtschaftlich und kulturell eng und freundschaftlich miteinander verbunden und bilden eine starke Region im Herzen Europas“, so Ministerin Silke Gorißen bei der Unterzeichnung am Dienstag vergangener Woche im Düsseldorfer Stadttor. Durch Informations- und Erfahrungsaustausch, gemeinsame Projekte und Veranstaltungen soll sich Themen von gemeinsamem Interesse grenzüberschreitend gewidmet werden. Im Bereich Landwirtschaft soll beispielsweise der Austausch von Erfahrungen und Informationen über Innovationen in der Landwirtschaft, die Gemeinsame Agrarpolitik oder den Umgang mit Nährstoffen in der Landwirtschaft intensiviert werden. Als positives Beispiel gelte hier die bereits bestehende Kooperation im Bereich Wirtschaftsdüngertransporte, die durch einen zentralen Datenaustausch erweitert werden soll. Auch der Schutz von Herden vor Wölfen soll diskutiert werden. Wichtige Handlungsfelder im Forstbereich seien die Waldbrandvorsorge und -überwachung sowie die klimaangepasste Waldbewirtschaftung.
Ein weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit soll im Bereich Tierschutz, Tierseuchen und Tiergesundheit liegen. Hier ist geplant, den bereits bestehenden grenzüberschreitenden Fachaustausch mit dem Ziel zu intensivieren, sich über die Umsetzung der Tierwohlpolitik auszutauschen und für eine Verbesserung des Tierschutzniveaus – auch auf der Ebene der Europäischen Union – einzusetzen. Im Bereich Tierseuchen gebe es bereits einen regelmäßigen Austausch der zuständigen Behörden, der fortgeführt werden soll. Wissenschaft, Industrie, Handel, andere Behörden, Verbände und die Bevölkerung sollen in die gemeinsame Arbeit einbezogen werden.
AgE