Wochen mit anhaltenden Wetterverhältnissen – einmal trocken und warm, dann nass und kühl – sind nach Ansicht von Meteorologen Folge ein sich abschwächenden Jetstreams. Dies führte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), als eine Ursache der schwierigen Anbau- und Ernteverhältnisse in diesem Jahr bei der Vorstellung einer vorläufigen Erntebilanz am Dienstag dieser Woche an. Er geht davon aus, dass beim Getreide möglicherweise 40 Mio. t geerntet werden. Im Vorjahr lag die Erntemenge bei 43 Mio. t. Allerdings spricht Rukwied von deutlichen Unterschieden bei den einzelnen Druschfrüchten. So habe die Wintergerste, die vor der Schlechtwetterperiode im August geerntet werden konnte, im Durchschnitt sogar höhere Erträge geliefert als im Vorjahr. Die Erntemenge beziffert der DBV auf 9,5 Mio. t gegenüber 6,7 Mio. t im Vorjahr. Beim Weizen geht der Verband von einer Erntemenge von 22 Mio. t aus. Hier berichtet Rukwied von Qualitätseinbußen. Bei einem erheblichen Teil der Ernte sei nur eine Verwertung über den Futtertrog möglich. Ganz schlechte Partien ließen sich nur noch energetisch verwerten. Trotz einer Ausdehnung der Fläche wird die diesjährige Winterrapsernte unter dem Ergebnis des Vorjahres bleiben. Der geschätzte Ertrag liege mit 35,1 dt/ha deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (39,6 dt/ha), sodass er von einer Gesamtmenge von 4,07 Mio. t ausgeht.
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