Nmin für Sommergetreide und Rüben

Foto: Holger Fechner

Die Nmin-Richtwerte für die früh gesäten Sommerungen Sommergetreide und Rüben wurden ausgewertet und stehen für die Düngebedarfsermittlung (DBE) zur Verfügung. In der nächsten Ausgabe der LZ Rheinland folgen, wenn genügend Nmin-Werte vorliegen, die Richtwerte für die Kulturen Mais, Kartoffeln und sonstige Sommerungen (NN).

Gegenüber den vorläufigen, fünfjährigen Nmin-Richtwerten fallen diese ersten Werte für 2023 aufgrund der niederschlagsreichen Witterung im März und April zum Teil deutlich niedriger aus. In Abhängigkeit von der Bodenart und ob ein Anbau einer winterharten Zwischenfrucht stattgefunden hat, gab es in diesem Jahr eine vermehrte Verlagerung von mineralischem Stickstoff aus den oberen Bodenschichten oder Sickerwasserverluste.

Die Niederschlagssummen waren prinzipiell landesweit sehr hoch, sodass die Werte auf den meisten Flächen zum aktuellen Zeitpunkt niedriger ausfallen werden. Hinzu kommt, dass aufgrund der feuchten und kühlen Böden das Bodenleben noch wenig aktiv war und verhältnismäßig wenig Stickstoff aus der organischen Substanz nachmineralisiert.

Unter diesen Bedingungen ist es lohnenswert, eine eigene Nmin-Probe zu nehmen und analysieren zu lassen, um keine Potenziale für eine optimale Stickstoffversorgung zu verschenken. Je nachdem, wie viel Stickstoff mit dem Sickerwasser verlagert und aus der Wurzelzone ausgewaschen wurde, berechnet sich ein größerer oder kleinerer Stickstoffdüngebedarf. Nach Düngerecht gilt für die meisten Ackerbaukulturen, dass der Nmin-Wert aus der gesamten Schichtung 0 bis 90 cm bei der DBE angerechnet werden muss – auch wenn auf vielen Standorten ein gewisser Anteil an mineralischem Stickstoff von der Krumenschicht in die unteren Bodenschichten eingetragen wurde. Zum Teil erwachsen sich die Kulturen den Stickstoff im Laufe der Vegetationszeit und ein gewisser Anteil kann mit dem kapillaren Fluss auch wieder von den unteren Schichten in die oberen gelangen.

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