Die staatliche Unterstützung für die Landwirtschaft in den Industrie- und Schwellenländern ist zwar seit 2021 zurückgegangen, befindet sich aber noch nahe historischer Höchststände. Zudem sind die Hilfen noch immer nicht ausreichend auf Innovations-, Produktivitäts- und Nachhaltigkeitsziele ausgerichtet. Diese Kritik übt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem jüngsten Bericht zur Entwicklung der Agrarpolitiken.
Den OECD-Angaben zufolge wurde der Landwirtschaft in 54 untersuchten Ländern von 2021 bis 2023 insgesamt mit durchschnittlich 842 Mrd. $ (792 Mrd. €) pro Jahr unter die Arme gegriffen. Diese Unterstützung konzentrierte sich dabei nach wie vor auf wenige große Volkswirtschaften. So betrug allein der Anteil Chinas am Gesamtbetrag 37 %. Auf die USA entfielen 15 %, auf Indien 14 % und die EU 13 %. Die einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe in den 54 untersuchten Ländern wurden 2021 bis 2023 mit insgesamt 628 Mrd. $ (590 Mrd. €) pro Jahr unterstützt, womit der Betrag über dem Niveau von vor der Coronapandemie lag. Im Mittel 334 Mrd. $ (314 Mrd. €) davon stammten aus Maßnahmen zur Stützung der Inlandspreise und wurden von den Verbrauchern gezahlt. Der verbleibende Betrag von 295 Mrd. $ wurde von den Steuerzahlern über Haushaltstransfers aufgebracht. Der Rückgang der Stützung in den Jahren 2022 und 2023 war größtenteils auf die höheren Weltmarktpreise für Agrarprodukte zurückzuführen.