Endlich wieder knackige und saftige Äpfel von heimischen Feldern. Am Montag, dem 17. August, verkostete NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser gemeinsam mit Christoph Nagelschmitz, Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer, zum offiziellen Saisonstart die ersten Äpfel des Jahres auf dem Feld von Philip Wißkirchen in Meckenheim-Ersdorf.
Die Apfelanbauer gehen optimistisch in die Saison - auch wenn das Jahr 2020 die Obsterzeuger in Nordrhein-Westfalen vor großen Herausforderungen gestellt hat. Ungeachtet schwieriger Voraussetzungen durch extreme Witterungsbedingungen und massiven Einschränkungen in der Corona-Pandemie rechnen die Apfelerzeuger in NRW mit einer qualitativ hochwertigen Ernte. „Die Apfelernte im Rheinland wird mit rund 42 400 t um etwa 20 % kleiner als 2019 ausfallen“, betonte Georg Boekels, Vorsitzender der Landesfachgruppe Obstbau im Provinzialverband. Für die geringere Menge machen die Obstbauer nicht die Corona-Auswirkungen verantwortlich, sondern diverse Frostnächte im April. Dabei zeige sich, wie wichtig ein Frostschutz für die immer früher beginnende Obstblüte sei, so Boekels.
Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser erklärte, dass sie jeden Tag mindestens einen Apfel esse und liege damit im Trend: „Der Apfel ist seit langem das unbestrittene Lieblingsobst der Deutschen und einzigartig in seiner Sortenvielfalt“, so die Ministerin. „Außerdem punktet er mit Regionalität: Die Verbraucher fragen frische Erzeugnisse ohne lange Transportwege verstärkt nach und verbinden mit Regionalität Heimat, Nähe, Vertrauen, Transparenz und Sicherheit.“ Große Vorteile der regionalen Erzeugung seien für die Verbraucher die kurzen Transportwege, die damit verbundene Frische und die Möglichkeit, sich vor Ort selbst ein Bild über den Betrieb zu machen, so Heinen-Esser.
Boekels wies darauf hin, dass Lohnkosten, Pachtpreise und Betriebsmittelkosten in den zurückliegenden Jahren deutlich gestiegen sind und Auflagen teils höher sind als bei ausländischen Mitbewerbern. Daher appellierte er an die Verbraucher, den hohen Aufwand wertzuschätzen. „Der Verbraucher hat es in der Hand, in welcher Form und wo der Obstbau stattfinden soll“, so Boekels. Regionalität sei der richtige Weg.
„Der regionale Anbau ist ressourcen- und somit klimaschonend“, betonte auch Gastgeber Philip Wißkirchen und unterstrich, dass er sogar aktiven Klimaschutz betriebe. „Unsere ca. 100 000 Bäume filtern ungefähr 520 t CO2 aus Luft“, so der Obstbauer. Das sei vergleichbar mit einem Verbrauch von 200 000 l Diesel/Jahr. Gleichzeitig setzen die Bäume in seinem Betrieb 330 t O2 frei. Diese Zahlen stehen nur für einen Betrieb und lassen sich mit den anderen Anbauern aus der Region multiplizieren. „Wir stellen uns nicht nur den Fragen bezüglich Klimaschutz, sondern haben uns auch den Umwelt- und Artenschutz auf die Fahne geschrieben“, so Wißkirchen. Dabei produziere er nicht nur nach den Mindestanforderungen, sondern gehe noch viel weiter.
Birgit Scheel